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06.11.2019

Vorlesen macht schöner! – im Gespräch mit Danny, dem Friseur

Vorlesen macht schöner! – im Gespräch mit Danny, dem Friseur Danny Beuerbach

Unter dem Motto »Lesen macht schön, Vorlesen macht schöner« schneidet er am 23. und 24.11. auf der Münchner Bücherschau kostenlos Haare: Danny Beuerbach, der Friseur – vorausgesetzt, man liest ihm dabei vor!

Wenn der Friseur, Kreativkopf und 12-fache Onkel Danny Beuerbach nicht gerade auf der Bücherschau zu finden ist, schneidet er auf Partys, Festivals oder in Heißluftballons Haare, sitzt in der Jury von Vorlesewettbewerben, bringt sein eigenes Buch raus und ist mit seinen zahlreichen Projekten zur Leseförderung in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs. Unter dem Motto »Lesen macht schön, Vorlesen macht schöner« verpasst Danny den Bücherschau-Besucher(inne)n in den Gasteig-Foyers neue Haarschnitte – vorausgesetzt, sie lesen ihm dabei vor!

Danny Beuerbach bei der Arbeit © fotoarbyter@zürich

»Ich bin ansprechbar und bereit für jeden, der Lust hat mitzumachen«, sagt Danny. »Es ist eine Art Performance, bei der ich komplett improvisiere und alles so nehme, wie es kommt. Das ist eines meiner Herzensprojekte: Kindern über das Vorlesen einen Zugang zu Büchern zu ermöglichen – und zum Haare schneiden! Ich bin wirklich stolz darauf, dass viele Kinder bei mir mittlerweile Bock auf den früheren ›Pflichttermin‹ Friseur haben.« Danny Beuerbach brennt für sein Non-Profit-Projekt »Book a Look«, mit dem er hauptsächlich auf Messen und Lesefestivals unterwegs ist und das auch die Programmplaner der Münchner Bücherschau vor einiger Zeit auf sich aufmerksam gemacht hat. »Danny ist ein super Vorbild, gerade auch für Jungs«, sagt Dr. Klaus Beckschulte, Geschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern e. V. »Denn das Thema Lesen ist ja nach wie vor oft eher weiblich geprägt. Deswegen ist es doppelt und dreifach gut, was Danny macht!«

Für die Bücherschau nimmt Danny ein kleines Sortiment an Kinderbüchern mit, aber die Kinder dürfen sich auf der Bücherschau auch etwas aussuchen. Wichtig ist ihm, dass die Kinder interessiert, was sie da lesen, dass sie ins Lesen kommen, ihren Wortschatz erweitern und damit auch ihre Fantasie. Das hat auch einen persönlichen Hintergrund, denn ihm wurde zuhause nur wenig vorgelesen. »Ich mache mir wirklich viele Gedanken darüber: Wo fängt das an, dass Kinder nicht gern lesen oder keinen Bezug zum Buch haben?«

Und hat Danny denn selbst überhaupt etwas von den Geschichten? »Generell muss man das Zuhören gepaart mit der Konzentration auf das Haareschneiden üben, denn: Alle schauen zu, es muss gut aussehen, und trotzdem brauchst Du vor allem einen speziellen Kontakt zu demjenigen, der da sitzt. Aber ich bin da sehr ehrlich und sag auch mal: Tut mir leid, kannst Du nochmal sagen, was da passiert ist? Das ist sowieso schön, denn darüber kommt man mit den Kindern ins Gespräch – dann erzählen sie frei nach und sind dabei oft tiefenentspannt.«

Auf der Bücherschau dürfen allerdings auch die Erwachsenen ran – wenn sie sich trauen. Denn die seien meist zurückhaltender als ihre Kinder, weiß Danny: »Die Eltern schauen immer erstmal, wie man das Kind schneidet. Wenn sie dann das Gefühl haben, der macht das ganz gut, fragen sie vorsichtig, ob sie auch die Haare geschnitten bekommen.« Und wer dabei nicht lesen möchte, kann sich einen spendablen Vorleser suchen, denn »Eltern dürfen zum Beispiel auch gern ihre Kinder vorlesen lassen, wenn die Lust dazu haben. Wichtig ist nur, dass irgendjemand mir vorliest – also dem, der da sitzt, den Haarschnitt spendiert.«

Wer jetzt Lust bekommen hat, der sucht sich am besten schnellstmöglich einen Vorleser und macht sich auf den Weg zu:
»Lesen macht schön – Vorlesen macht schöner« am 23. + 24.11. auf der Münchner Bücherschau!

Und wenn der Haarschnitt früher fertig ist als die Geschichte? »Das kommt viel zu oft vor! Manchmal zögere ich es dann raus und keiner merkt's ...«, schmunzelt Danny. »Oder ich bestelle mir das Buch und lese es später selbst fertig. Da sind einige Titel auf der Liste, die ich noch lesen möchte ...«



Interview/Text: Judith Ludwig
Fotos: Danny Beuerbach / fotoarbyter@zürich

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