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18.12.2016

»Auf den Gasteig freue ich mich jedes Jahr!«

»Auf den Gasteig freue ich mich jedes Jahr!«

Bereits zum sechsten Mal singt Sopranistin Katja Stuber am 24. Dezember in der »Festlichen Musik zum Heiligen Abend« in der Philharmonie – gemeinsam mit dem Organisten Edgar Krapp und dem Trompeter Guido Segers.

 

An Heiligabend singen Sie auch in diesem Jahr wieder um 16 Uhr in der Philharmonie im Gasteig. Und danach?
Auch in diesem Jahr sind meine Eltern wieder im Konzert. Danach fahren wir gemeinsam nach Hause in die Oberpfalz. Allerdings geht es in diesem Jahr am nächsten Morgen gleich wieder zurück nach München, weil ich beim Fernsehgottesdienst des Bayerischen Rundfunks zu hören sein werde. Besonders ruhige Weihnachten werden es dieses Jahr also leider nicht.

Orgel, Trompete und Gesang - eine spannende Kombination…?
…vor allem eine, die ich zur Weihnachtszeit sehr passend finde.

Gibt es ein Weihnachtslied, das Sie besonders mögen?
Da habe ich ehrlich gesagt keinen Favoriten. Ich finde eigentlich sämtliche alten Weihnachtslieder, die in der Liturgie Gebrauch finden, wunderschön. Für die »Festliche Musik« im Gasteig treffen wir auch immer eine besondere Auswahl an eher unbekannten Liedern.

Worauf freuen Sie sich an Weihnachten am meisten?
Eigentlich freue ich mich jedes Jahr einfach darauf, dass Familie und Verwandte zusammen kommen. Vorm Christbaum wird vor der Bescherung »Stille Nacht« gesungen. Ich begleite dann am Klavier bzw. versuche es.

Sie haben viele Opern- und Konzertengagements. Wie ist das, immer wieder auch am Wochenende und an den Feiertagen arbeiten zu müssen?
Die Wochenenden und Feiertage nimmt man in diesem Beruf tatsächlich oft gar nicht mehr so richtig wahr. Der klassische Musikersonntag ist ja ohnehin der Montag.

Wie empfinden Sie den Moment kurz vor dem Auftritt? Haben Sie dafür irgendwelche Rituale?
Das ist total tagesformabhängig, aber grundsätzlich bin ich schon eher nervös. Rituale gibt es eigentlich wenige, ich versuche allerdings vor einem Auftritt einen möglichst ruhigen Tag zu verbringen, um dann später alle Energie parat zu haben.

Sie haben an der Hochschule für Musik und Theater München auch im Gasteig studiert. Wie war es, als Sie das erste Mal hier in der Philharmonie gesungen haben?
Das war schon überwältigend. Der Saal wirkt von der Bühne aus einfach unglaublich groß. Mein erstes Solokonzert mit Edgar Krapp an der Orgel und Guido Segers an der Trompete war sehr spannend. Da hab ich zunächst ein richtig demütiges Gefühl gehabt, als ich den Saal betreten habe. Es ist ja auch fast nichts auf der Bühne, nur der Orgelspieltisch und unsere beiden Notenständer. Da fühlt man sich schon etwas klein. Aber sobald die Musik diesen Raum einnimmt, entsteht schnell eine sehr schöne, weihnachtliche Atmosphäre.

Was macht für Sie einen guten Konzertsaal aus?
Natürlich eine gute Akustik, aber auch der Saal als solcher kann eine bestimmte Atmosphäre haben, die ihn besonders macht. Auf die Philharmonie im Gasteig freue ich mich jedes Jahr wieder und fühle mich mittlerweile in diesem Solo-Format sehr wohl!

Sie stehen sowohl in der Oper wie auch in vielen Konzertsälen auf der Bühne. Wo treten Sie denn besonders gern auf?
Nach meinem Studium in München bin ich den Sälen und Kirchen in der bayerischen Landeshauptstadt natürlich verbunden. Ich bin aber auch sehr gespannt auf den hoch gelobten Saal des Concertgebouw in Amsterdam, in dem ich im nächsten Jahr mein Debüt mit Mozarts Requiem geben darf. Gehört habe ich dort schon eine Matthäuspassion und war von der Akustik sehr begeistert. Letzte Woche habe ich zum ersten Mal in der Tonhalle in Zürich gesungen. Da klingt es auch wunderbar und man fühlt sich in diesem schönen Saal sofort wohl.

Und das Bayreuther Festspielhaus?
Das ist in der Tat was ganz besonderes. Als ich damals zum Vorsingen gefahren bin für die Partie des Hirten im Tannhäuser, hab ich mir gedacht: Egal, wie das jetzt ausgeht - überhaupt ein paar Töne in diesem Haus solistisch los zu werden, das ist eigentlich schon Erfüllung genug. Es ist dort überwältigend, wie unglaublich leicht dezent gesprochene Konsonanten durch das Gebäude verstärkt werden. Das war ein richtiges Aha-Erlebnis.

Wenn Sie mal komplett abschalten wollen, was machen Sie da?
Da hilft mir Sport meistens sehr gut - oder auch das genaue Gegenteil: etwas Gutes kochen oder gleich auf die Couch vor den Fernseher.

Was hören Sie privat am liebsten?
Privat läuft bei mir viel Jazz.

Alle Informationen zur Festlichen Musik zum Heiligen Abend am 24. Dezember 2016 um 16 Uhr in der Philharmonie im Gasteig finden Sie hier.


Interview: Ingolf Müller
Fotos: Andreas Merz

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