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Was ist dein liebstes Utensil zur Drag-Verwandlung?

Plateauschuhe, Wimpern oder einfach die Fantasie? Wie sich Drag-Künstler*innen verwandeln, ist äußerst unterschiedlich und hängt sowohl von der Rolle als auch dem eigenen Charakter ab. Wir haben bei den Protagonist*innen des go drag! munich nachgefragt, was sie für ihre Verwandlung unbedingt brauchen.

Porträt mit buntem Make-Up und einer künstlerischen Frisur.
Copyright: Tony Stewart

„Mein Lieblingsmaterial zur Verwandlung sind auf jeden Fall die hohen Plateauschuhe (Minimum 15 cm) und sehr viel Schaumstoff, mit dem ich meine Kostüme bastle.“

Alexander Cameltoe

Alexander Cameltoe ist ein Wortwitz auf Alexander Hamilton, einem der Gründerväter der USA. Der Drag-Charakter wurde 2016 geboren, im Zuge des Hypes um das Musical „Hamilton“. Der Name spielt an auf das Bodyshaming weiblich gelesener Personen: Als „Cameltoe“ bezeichnet man die Kontur der Schamlippen im Schritt, die sich abzeichnet, wenn Frauen enge Kleidung tragen.

Poträt eines Mannes, der sich für die Drag-Kunst als Frau verkleidet hat
Copyright: Lisa Steigerwald

„Mein Lieblingsutensil zur Verwandlung sind die Wimpern. Sie verursachen den größten Effekt und Unterschied zu meinem Ich, out of Drag. Auch tragen sie mit ihrem Gewicht und ihrem Schwung wesentlich zum Gefühl bei.“

Vicky Voyage

Der Drag-Name Vicky Voyage wurde 2018 beim Skifahren in Frankreich geboren: Victoria steht dafür, dass Vicky schlecht verlieren kann, und Voyage für ihre Liebe zum Reisen. Mittlerweile kreiert sie ihre Wimpern selbst, nachhaltig und vegan.

Claire Dowie auf einer Bühne mit Dekoration im Hintergrund, einer Perücke in der Hand und schwarzem Kleid
Copyright: Verena Gremmer

„Meine Fantasie ist für mich das wichtigste Mittel.“

Claire Dowie

Drag bedeutet für die britische Schriftstellerin und Performerin Claire Dowie Freiheit. Sie findet, dass die Vernunft für die Menschheit nur im Drag zu finden ist. Nur so sei es möglich, der neurotischen Massenhypnose der Gesellschaft zu entkommen:

 

„Wenn ich mich als männlich wahrnehme, so nimmt mich die Welt auch männlich wahr. Viele, die mich nicht kennen, erklären mir dann, dass ich mich auf der falschen Toilette befinde. In meiner männlichen Persona kann ich den Zwängen der Weiblichkeit entkommen, weil ich Mann bin. Aber zugleich kann ich auch den Zwängen der Männlichkeit entkommen, weil ich Frau bin. Ich kann das eine, das andere oder keines davon sein und mir das Beste aussuchen.“

Ein Drag King mit Schnurrbart, auftoupierter Haarpracht und männlicher Rüschenbluse.
Copyright: Verena Gremmer

Besonders gerne benutze ich falsche Wimpern für die Bühne, egal in welchem Geschlecht ich mich befinde. Das macht viel aus, damit die Augen ein noch größerer Hingucker sind.

Ruby Tuesday, Initiatorin von go drag! munich
Copyright: Manuela Schneider, Photogräphin

Ich verwende neutrale Schminke und stelle gerne meine Augenbrauen heraus. Außerdem trage ich oft verschiedenen Kopfbedeckungen, Hüte oder Perücken.

Bridge Markland, Initiatorin von go drag! munich

Bei ihrer „classic in the box“-Serie hat die Drag-Perfromerin immer eine quadratische Box dabei, die ihr bis unter die Brust geht und ein kleines Fenster hat, durch das sie spielt. „Ich gehe rein und komme als andere Figur wieder raus. “, sagt Bridge Markland.

go drag! munich

Münchens erstes Drag-Festival vom 1. bis 5. Mai 2024

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