Neuigkeiten

24.02.2021

Kunst und Krise. Wie geht es Kreativen im Lockdown? Folge 2

Kunst und Krise. Wie geht es Kreativen im Lockdown? Folge 2 Die Münchner Comiczeichnerin Barbara Yelin und ihre Illustration der »Sehnsucht« Porträt: Martin Friedrich

Der erste Live-Moment nach monatelangem Lockdown wird sicher ein intensives und unvergessliches Erlebnis. Wann es soweit ist, bleibt ungewiss. Doch trotz der Live-Pause sind wir nach wie vor mit vielen Kreativen eng verbunden und möchten ihnen gerade während des Lockdowns Gehör schenken. Hier erzählen sie über momentane Zustände, Sehnsüchte und Pläne.

»Ich habe gut geschlafen, ein paar Stunden Zeit zum Zeichnen im Atelier und das große Glück, mir beruflich gerade keine Sorgen machen zu müssen. Vor mir ein Becher Kaffee. Es ist ein guter Tag, zurzeit nicht selbstverständlich.«

Die Comiczeichnerin Barbara Yelin kostet dieser Tage bewusst die kraftspendenden Momente aus. Wie viele erlebt auch die Münchner Künstlerin derzeit intensive Tage zwischen Kunst und Kind, Atelier und Zuhause. Obendrein kümmert sich Barbara Yelin um die »Comic Bar« der Münchner Stadtbibliothek, die während des Lockdowns auf dem YouTube-Kanal der Stadtbibliothek zu sehen ist.

Barbara Yelin, welche Verbindung haben Sie als gebürtige Münchnerin zum Gasteig?
Hier war ich schon in den 1980ern als Schülerin, um in der Bibliothek Kunst- und Comicbände auszuleihen, die es sonst nirgends gab, und um mir in der Philharmonie Konzerte anzuhören. Jetzt kuratiere und moderiere ich die »Comic Bar«, ein Format, für das ich dankbar bin, denn es ermöglicht, internationale Zeichner*innen in den Gasteig einzuladen und in Bild und Gespräch ihre großartige, relevante Arbeit zu zeigen – an diesem wichtigen Ort, der für alle Menschen zugänglich ist.

Nach so vielen Monaten mit restriktiven Auflagen: Haben Sie Sehnsucht nach bestimmten Dingen?
Nach dem Meer, nach Menschen, Inhalten, unbändigem Gelächter.

Wie sehen Ihre Entwürfe für die Zukunft aus?
Comics machen. Bei anderen die Leidenschaft für Comics wecken. Noch mehr zeichnerisch ausprobieren, thematisieren, riskieren. Pausen machen.

Informationen über die Comiczeichnerin und ihre Arbeiten unter www.barbarayelin.de


Veronika Schulz beim Hackbrettfest im Gasteig © David-Pierce Brill


»Mir fehlen diese Momente in den Auftritten wahnsinnig!«

Veronika Schulz studiert an der Hochschule für Musik und Theater München und macht im Sommersemester ihren Bachelor-Abschluss im Fach Volksmusik und Hackbrett. Ein Großteil ihres Unterrichts findet im Gasteig statt.

Was fehlt in diesen Zeiten?
Obwohl es in den letzten Jahren mit vielen Konzerten phasenweise sehr stressig war, fehlen mir diese Momente in den Auftritten wahnsinnig! Ich sehne mich danach, live einen Auftritt zu haben und die direkten Reaktionen des Publikums mitzubekommen. Außerdem fehlen mir größere Menschenansammlungen. Ich habe das Glück, in einer größeren Familie zu leben, daher war ich nie einsam in den Lockdown-Zeiten. Jedoch bin ich es eigentlich gewohnt, sehr viele Menschen um mich zu haben und häufig unterwegs zu sein. Ich hoffe, dass es bald wieder möglich sein wird, mal feiern zu gehen, sich normal mit mehr Freunden zu treffen, Konzerte zu spielen und vieles mehr.

Gibt es Pläne für die Zukunft?
Ich werde im kommenden Sommersemester meinen Bachelor-Abschluss machen. Danach würde ich gerne mehr Musikunterricht geben, eventuell auch noch einen Master dran hängen, aber wer weiß …?


Weitere Stimmen aus dem Lockdown
Text/Interview: Maria Zimmerer

zurück zur Übersicht