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25.11.2020

Gasteig Sendling – Fotokunst in Folge (9)

Gasteig Sendling – Fotokunst in Folge (9) Sarah Seifert interessiert sich für Geschichten hinter den Baumaterialien. Gérard Pleynet

Noch vor dem ersten Bagger waren sie da: mehrere Amateur-Fotografinnen und -Fotografen, die das Gelände in Sendling seit Beginn der Bauarbeiten immer wieder in ihren Fokus nehmen. Anlass dafür bietet ein fotografisches Langzeitprojekt der Münchner Volkshochschule. Erstmals öffentlich präsentieren wir in mehreren Folgen eine Auswahl bereits entstandener Motive.

Sarah Seifert ist gelernte Buchhändlerin und liebt es, wenn beim Lesen neue Bilder und Geschichten in ihrem Kopf entstehen. Mit der Kamera unterwegs auf der Gasteig-Baustelle fotografiert sie eigene Geschichten – ihre Bilder erzählen vom Wandel, zu den Hauptfiguren zählen Schubkarren, Schaufeln oder Räume. Seit 30 Jahren lebt Sarah Seifert in Sendling, wo sie derzeit spannende Veränderungen und Umgestaltungen wahrnimmt, auch auf dem Areal an der Hans-Preißinger-Straße. Hier entsteht der Gasteig Sendling, hier findet Sarah Seifert jede Menge Stoff für neue Fotogeschichten.

»Die verbogenen, gebrauchten Baumaterialien, die Mauern  zerbröckelt, Schuttberge. Dann der Neubeginn, ein Baugerüst wird montiert, ein neues Zeitfenster. Es wird wieder ein Dazwischen geben und wieder eine vergangene Zeit und irgendwann wieder einen Abbruch. Mich interessiert dabei der Wandel, immer wieder das gleiche Material, Stahl, Ziegel, Beton, Plastik, Gummi, anders verbaut, andere Architektur, andere Geschichten. So steht auch dieses Material wieder für eine Zwischennutzung.«

(Durch Anklicken der einzelnen Motive der Bildergalerie werden die Fotografien in voller Größe angezeigt.)



Hintergrund
Das Projekt »Interim – der Gasteig kommt nach Sendling« ist eine besondere Kooperation der Münchner Volkshochschule mit der Gasteig München GmbH anlässlich des 2021 anstehenden Gasteig-Umzugs nach Sendling. Das Fachgebiet »Fotografie & Video/Film« der Münchner Volkshochschule hat dieses Kursangebot in enger Zusammenarbeit mit dem Fotografen und Dozenten Gérard Pleynet entwickelt. »Ich fühle mich dem Gasteig persönlich sehr verbunden. Er ist für mich ein Ort der Kunst und des geistigen Lebens, hier arbeite ich auch. Daher habe ich großes Interesse daran, die räumlichen und zeitlichen Veränderungen während seines Umzugs und der Sanierung zu dokumentieren«, betont Pleynet, der nicht nur das Interims-Projekt mit unvergleichlichem Engagement betreut, sondern auch die Sanierung des Gasteig fotografisch begleiten will.

Schon seit März 2019 dokumentieren unter seiner Leitung mehrere Fotograf(inn)en die Veränderungen auf dem Interimsquartier des Gasteig – dabei immer im Mittelpunkt: der künstlerische Umgang mit dem Baugeschehen im Wandel von Zeit und Raum. Alle Teilnehmenden haben im Kursverlauf eigene Konzepte, Sichtweisen oder künstlerische Positionen entwickelt – so wie Sarah Seifert.



Folge 1 – Jacqueline Tebcharani
Folge 2 – Andreas Weimann
Folge 3 – Kathrin Bild
Folge 4 – Helmut Wegmeth
Folge 5 – Maximilian Allwein
Folge 6 – Thomas Zimmermann
Folge 7 – Emily Hoyos
Folge 8 – Simone Stadler

Text: Maria Zimmerer
Fotos: Sarah Seifert (Aufnahmen der Bildergalerie), Gérard Pleynet (Porträt/Titelmotiv)

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