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07.10.2020

Gasteig Sendling – Fotokunst in Folge (8)

Gasteig Sendling – Fotokunst in Folge (8) Simone Stadler fotografiert überraschende Szenerien im Gasteig Sendling. Gérard Pleynet

Noch vor dem ersten Bagger waren sie da: mehrere Amateur-Fotografinnen und -Fotografen, die das Gelände in Sendling seit Beginn der Bauarbeiten immer wieder in ihren Fokus nehmen. Anlass dafür bietet ein fotografisches Langzeitprojekt der Münchner Volkshochschule. Erstmals öffentlich präsentieren wir in mehreren Folgen eine Auswahl bereits entstandener Motive.

Simone Stadler bezeichnet sich selbst als Gasteig-Fan. Sie verbringt gerne ihre Zeit im Kulturzentrum, da hier – an einem kommunikativen öffentlichen Ort, wie es in München nur wenige gibt – viele verschiedene Menschen und Interessen aufeinandertreffen. Ob mit einem bestimmten kulturellen Vorhaben oder auch mal ohne Plan, im Gasteig kann Simone Stadler ganz ungezwungen verweilen.

Wie reagiert ein Gasteig-Fan, wenn sein Kulturzentrum vorübergehend umzieht? Simone Stadler betrachtet schon das Entstehen des Ausweichquartiers durch ihre Kamera. In ihren Fotografien entdeckt die Fachinformatikerin den Gasteig Sendling dabei immer wieder aufs Neue:

»Mich interessieren Dinge, die aus der Eigendynamik der Baustelle heraus entstehen. Sie sind dann auf einmal selbstverständlich da, als ob sie für eine Installation kultiviert wurden und eine metaphorische Bedeutung tragen. Das ist faszinierend. Eine Art zufälliges Objekt oder Werk, das sich bildet. Wenn ich dann in ein paar Wochen wieder komme, ist die Szenerie verflogen.«

(Durch Anklicken der einzelnen Motive der Bildergalerie werden die Fotografien in voller Größe angezeigt.)



Hintergrund
Das Projekt »Interim – der Gasteig kommt nach Sendling« ist eine besondere Kooperation der Münchner Volkshochschule mit der Gasteig München GmbH anlässlich des 2021 anstehenden Gasteig-Umzugs nach Sendling. Das Fachgebiet »Fotografie & Video/Film« der Münchner Volkshochschule hat dieses Kursangebot in enger Zusammenarbeit mit dem Fotografen und Dozenten Gérard Pleynet entwickelt. »Ich fühle mich dem Gasteig persönlich sehr verbunden. Er ist für mich ein Ort der Kunst und des geistigen Lebens, hier arbeite ich auch. Daher habe ich großes Interesse daran, die räumlichen und zeitlichen Veränderungen während seines Umzugs und der Sanierung zu dokumentieren«, betont Pleynet, der nicht nur das Interims-Projekt mit unvergleichlichem Engagement betreut, sondern auch die Sanierung des Gasteig fotografisch begleiten will.

Schon seit März 2019 dokumentieren unter seiner Leitung mehrere Fotograf(inn)en die Veränderungen auf dem Interimsquartier des Gasteig – dabei immer im Mittelpunkt: der künstlerische Umgang mit dem Baugeschehen im Wandel von Zeit und Raum. Alle Teilnehmenden haben im Kursverlauf eigene Konzepte, Sichtweisen oder künstlerische Positionen entwickelt – so wie Simone Stadler.



Folge 1 – Jacqueline Tebcharani
Folge 2 – Andreas Weimann
Folge 3 – Kathrin Bild
Folge 4 – Helmut Wegmeth
Folge 5 – Maximilian Allwein
Folge 6 – Thomas Zimmermann
Folge 7  – Emily Hoyos

Text: Maria Zimmerer
Fotos: Simone Stadler (Aufnahmen der Bildergalerie), Gérard Pleynet (Porträt/Titelmotiv)

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