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02.06.2021

»Ein tolles Dorf mit Venedig-Potenzial« – die Gasteig-Nachbarschaft im HP8

»Ein tolles Dorf mit Venedig-Potenzial« – die Gasteig-Nachbarschaft im HP8 Vier kreative Köpfe der Designliga: Philipp Heitsch, Saša Stanojcic, Andreas Döhring und Christina Koepf (v.l.n.r.) Gasteig München GmbH/Benedikt Feiten

Nachbar*innen zählen zu den Menschen mit dem höchsten Überraschungspotenzial. Hinter jeder Türschwelle schlummern inspirierende Geschichten und ungeahnte Talente. Wir möchten unsere künftige Nachbarschaft kennenlernen – schon vor dem Gasteig-Umzug ins HP8. Dieses Mal klingeln wir beim Kreativstudio Designliga und beim Schreiner Hans Murr.

Location-Check bei der Designliga

Wer hinter die Türen der Designliga blickt, staunt: Ein Team von Designern, Beratern & Architekten hat viel Herz und Tränen investiert, um die ehemalige Lagerhalle in eine stilvolle Visitenkarte zu verwandeln.  Mit bequemen Sesseln, moderner Küche und verstecktem Hinterhofgarten lässt es sich hier angenehm arbeiten und plaudern.

»Die Isarphilharmonie ist ein Projekt, von dem man sich eine Scheibe abschneiden kann. Der Fokus liegt darauf, geniale Erlebnisse für einen fairen Preis zu ermöglichen. Ausschlaggebend ist, was drinsteckt. Wir glauben, dahingehend wird der Gasteig HP8 ein Vollknaller!« Philipp Heitsch, Designliga

Ein Blick ins kreativ gestaltete Büro.

Damit sich das Publikum im Gasteig HP8  gut orientieren kann, habt ihr ein Signaletik-Konzept erarbeitet. Wie lotst Ihr die Gäste?

Orientierung ist ein menschliches Grundbedürfnis, Menschen brauchen Muster und deren Wiedererkennung, um sich zurechtzufinden. Eine gute Navigation darf sich nicht camouflageartig in die Umgebung einfügen, sondern muss herausstechen und ins Gesicht springen. Wer denGasteig HP8 besucht, wird unsere navigierenden Objekte deutlich erkennen und kann sich problemlos orientieren – dank 700 einzelner Schilder mit wiederkehrendem Schriftzug und einheitlicher Farbgebung.

Wo wird es am schönsten?

Es wird bestimmt sehr angenehm, mit Gastronomie nah am Wasser zu sitzen. Und wir sind gespannt, was auf der Piazza alles passiert. Wie in Venedig: Auf dem Markusplatz tummeln sich alle, aber einige Straßen weiter ist es auch attraktiv. Explorative Persönlichkeiten werden die etwas versteckten Nischen entdecken. Aus romantischer städteplanerischer Sicht wäre es schön, den Isarkanal stärker mit einzubinden. Man kann von hier aus fast einen Stein reinwerfen, das Wasser fließt meditativ vorbei, im Sommer ist es angenehm kühl. Man sollte den Flaucher hier am Gasteig HP8 anfangen lassen.

Was macht dieses Areal für Euch aus?

In unseren 10 Jahren auf diesem Gelände sind viele berufliche und menschliche Verbindungen in die Nachbarschaft gewachsen. Pilates-Stunden haben aus einem tiefen Loch  geholfen, der Unterzucker wird durch einen fantastischen Schokoriegel beim Reifenhändler Senjak behoben. Wie in einem Dorf gibt es hier so viele unterschiedliche Menschen, deren Leben und Beruf eng mit  diesem Ort verbunden ist. Genau diese wilde Kombination finden wir reizvoll. Hier findet man für jedes Problem eine Lösung – oder mindestens eine Antwort.

Wie blickt Ihr auf die Ankunft des Gasteig? 

Die Kultur ist uns sehr nah, daher freuen wir uns auf viele spannende neue Leute!



Schätzt die hilfsbereite Nachbarschaft: Schreinermeister Hans Murr

Irrsinnig viele Nächte hat Hans Murr seit 1999 in seiner Schreinerei durchgearbeitet, etwa beim Bau mobiler Bartische für die Deutschen Tourenwagen-Meisterschaften. Heute lässt der Schreinermeister es etwas ruhiger angehen und zeigt Praktikant*innen, wie er Holz kreativ verarbeitet – zum Beispiel  als Notenablage für Gasteig-Musiker.

Bild zeigt Schreiner Murr
Umgeben von Holz und Sägespänen: Hans Murr mag die Vielseitigkeit seines Berufs

Bald wird im neuen Konzertsaal nebenan viel Holz zum Klingen gebracht. Was denken Sie über den Gasteig-Einzug?

Generell fühlen wir uns hier recht wohl, und auch wenn mich Kultur weniger interessiert, denke ich doch, dass eine gute Symbiose zwischen Handwerk und Kunst entstehen kann.

Welches Verhältnis haben Sie zu den Nachbarn des Areals?

Wir helfen uns alle gegenseitig. Das Architekturbüro von Clemens Bachmann bekommt zum Beispiel Modellzuschnitte von mir und gemeinsam mit den Jungs von Coat‘n Cast habe ich schon Autos ausgebaut. Dafür muss ich zum Auto-TÜV nur ein paar Meter weiter in die Kfz-Werkstatt gehen, praktisch!

Und Sie haben hier erstaunlich viel Platz!

Ich bin in der Schreinerei zwar der Hauptmieter, aber insgesamt arbeiten hier sechs Selbstständige. Unten im Keller ist ein Lackierraum, oben im 1.  Stock ein Büro. Wir haben hier alle Instrumente, die man braucht, um Möbel herzustellen: Hobelmaschinen, Breitbandschleifmaschinen, Kreissägen, Kantenschleifer, Furnierpresse, moderne CNC-Werkzeugmaschinen... Wir sind hier gut untergebracht – ein Auszug wäre Horror gewesen!



Text/Interviews: Maria Zimmerer
Fotos: Benedikt Feiten

Weitere Geschichten aus der Nachbarschaft im HP8 gibt es in unserem Backstage-Bereich

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