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09.12.2021 | Gasteig München GmbH


Performance auf dem Gasteig-Dach: München hat jetzt 730 Türmer mehr

Am Sonntag steigt der letzte Teilnehmer des Projekts „Türmer München“ auf das Dach der Philharmonie, um bei Sonnenaufgang über die Stadt zu wachen.

„Eine Stadt, ein Jahr, eine einzigartige Performance für alle“, so das Motto einer Kunstaktion, die der Gasteig zusammen mit der Künstlerin und Choreographin Joanne Leighton in München am 12. Dezember vergangenen Jahres ins Leben gerufen hat. Der Ansturm an Interessenten war enorm. Plätze wurden alle vier Monate vergeben – und waren jeweils nach wenigen Minuten vergeben. 730 Teilnehmer*innen konnten an dem für die Stadt einzigartigen Community-Art-Projekt teilnehmen. Jeweils zu Sonnenaufgang und zu Sonnenuntergang blickte ein „Türmer“ eine Stunde lang auf München – ohne Uhr, ohne Handy oder sonstige Ablenkung. 

„Das Dach des Gasteig ist einer der schönsten Orte für die Stunde über der Stadt. Von diesem spektakulären Standort aus wird die ganze Stadt zur Bühne“, sagt Joanne Leighton. Für die Künstlerin ist die einjährige Aktion eine Choreographie, an der ganz viele Menschen teilnehmen. Sie hat ihr Projekt bereits in verschiedenen europäischen Städten realisiert. Auch im englischen Kingston upon Hull und in Paris sind derzeit „Türmer“ an exponierten Standorten aktiv. 

Seit Anfang März konnten in München 558 Türmer ihre Stunde in dem eigens für den Gasteig entworfenen Aussichtsraum auf dem Dach der Philharmonie verbringen und bei schönem Wetter bis zu den Alpen sehen. Davor suchten sich während des Lockdowns im Winter 172 Teilnehmer*innen eigene Aussichtspunkte für ihre Zeit der „goldenen Stunde“ nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang: den Monopteros im Englischen Garten, den Olympiaberg, den Nockherberg oder den Balkon der eigenen Wohnung.

„Trotz einiger Einschränkungen am Anfang war das Projekt ein voller Erfolg“, sagt Gasteig-Geschäftsführer Max Wagner. „Türmer München steht für den Grundgedanken des Gasteig: Ein Forum zu sein für alle Menschen, jung und alt, klein wie groß, mit oder ohne Handicap, quer durch alle Milieus und Nationen. Wir sind sehr dankbar, dass das möglich war und auch so großen Zuspruch erfahren hat. Viele waren tief beeindruckt von ihrer Türmer-Stunde.“

Nachzulesen sind die Eindrücke und Reflexionen der Teilnehmer*innen auf dem Blog tuermer-muenchen.de. Die Blogbeiträge, die auch noch in einer gedruckten Dokumentation veröffentlicht werden, sind ein Kaleidoskop eines Extremjahres. Ein Türmer schrieb zum Beispiel im Dezember 2020 mitten im Corona-Lockdown: „Ich lebte bislang mit großen Sicherheiten. Ich habe nie einen Krieg erlebt. Schreckliche Nachrichten betrafen nie meine Familie. Nun dachte ich daran, ob der letzte Türmer am 12.12.21 auf dem Gasteig stehen wird.“ Münchens zweite Bürgermeisterin Katrin Habenschaden erlebte ihre Türmerstunde  auf dem Dach des Gasteig im Mai: „Die Stimmung war dramatisch. (…) Ich saß, ich stand. Es war nicht langweilig, nicht eine Sekunde.“

Pünktlich um 8 Uhr 55 am kommenden Sonntag (12. Dezember) wird der letzte Türmer den Aussichtsraum hoch oben auf dem Dach der Philharmonie verlassen. Anschließend treffen sich alle Türmer*innen, das Projektteam und die vielen freiwillige Helfer*innen mit der Initiatorin Joanne Leighton zu einer großen Abschlussfeier. Diese wird pandemiebedingt online stattfinden.

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