Münchener Biennale – Festival für neues Musiktheater: »Privatsache/Private Matter«

Münchener Biennale – Festival für neues Musiktheater: »Privatsache/Private Matter«


Wer den Satz »Das ist meine Privatsache!« ausspricht, hat ein unmissverständliches Anliegen. Und wer es mit Ausrufezeichen tut, verbittet sich jegliche Nachfragen zu Thematiken, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Und doch scheint es, als hörte man den Aufruf zum Schutz der Privatsache immer seltener. Denn große Teile der Weltgesellschaft geben sich bekanntermaßen seit über einem Jahrzehnt fast rauschhaft den zahllosen Möglichkeiten zur Aufhebung des Privaten hin. Mehr noch: Sie tun es unwiderruflich. Denn die Systeme, denen Intimstes anvertraut wird, verewigen die platzierten Informationen, speichern Bilder, Aussagen, Zahlungs- und Gesundheitsdaten weit über die persönliche Lebensdauer hinaus. Mit anderen Worten: Die Bedeutungen des Ausdrucks »Privatsache« haben sich weitreichend verschoben. Und es scheint nicht weniger sinnfällig, dass in genau diesem Moment den auf Abstraktion und Versinnlichung spezialisierten Ausdrucksweisen des Künstlerischen eine bedeutsame Rolle bei der Interpretation dieser wirkmächtigen Veränderungen zufällt. Da insbesondere dem Musiktheater einzigartige Möglichkeiten innewohnen, im Zusammenwirken von Klang, Stimme, Körper, Raum und Sprache über die simultanen An- und Überforderungen einer medial gesteuerten Gegenwart zu erzählen, konzipieren Manos Tsangaris und Daniel Ott die kommende Biennale als musikdramatischen Forschungsraum zur »Privatsache«.

Alle Informationen finden Sie unter www.muenchenerbiennale.de

(KR)