Theater PLAN B – »Macbeth« von William Shakespeare Theater Plan B

Theater PLAN B – »Macbeth« von William Shakespeare


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»Blut will Blut«. Zu diesem Schluss kommt Macbeth am Ende des dritten Aktes, nachdem ihm der Geist seines toten Freundes leibhaftig erschienen ist. Blut ist die zentrale Metapher für Leben, Tod, Gier, Wahn und Furcht in diesem an Metaphern nicht eben armen Stück, das wie kein zweites Aufstieg und Fall in scharf konturierten Bildern von fast filmischer Dichte zeigt.

Konsequent verzichtet diese Inszenierung deshalb auf allzu naturalistische Darstellung von Gewalt und Verbrechen, denn Shakespeare hatte, anders als in den frühen Splatterdramen wie »Titus Andronicus« oder »Richard III.« vermutlich eine andere, elementarere Dramaturige im Sinn als die des puren Ausstellens von Brutalität. Nicht umsonst gelangen ihm für dieses »schottische Stück« seine rätselhaftesten und apokalyptischsten Texte voll Nihilismus und sprachlicher Brillanz. Die Abgründe, in welche der Zuschauer blickt, sind von erlesener poetischer Schönheit. Die Welt erscheint uns heute aus den Fugen wie seit Jahrzehnten nicht mehr, allein deshalb ist die Geschichte Macbeths, der sich über die Ernennung zum König bestätigt sieht und an der Maximierung seines persönlichen Glücks zerbricht, unsere eigene.

Blut will Blut – diese fatalistische Weltsicht könnte uns heute, die wir auch im Kleinen über Leichen zu gehen gelernt haben, moralischer Anspruch und Menetekel zugleich sein, wäre da nicht unsere Abneigung gegenüber jeglicher Form von Spiritualität. »Macbeth« aber ist ohne die »Schicksalsschwestern« kein denkbarer Text, Macbeths Welt ohne den Glauben an Mythen und Legenden eine armselige.

Theater Plan B spielt dieses Stück als großes Volkstheater, in dem Profischauspieler und ambitionierte Amateure auf einer Bühne in vielen Diktionen und Spielweisen zusammenfinden, ähnlich, wie das in Shakespeares »Globe« vor über vierhundert Jahren der Fall gewesen sein muss.


Titus Horst als Macbeth
Nicole Lohfink als Lady Macbeth
Martin Schülke als Banquo (schottischer General), Duncan (König von Schottland), Macduff (Than von Fife)

Inszenierung: Andreas Wiedermann
Musikalische Leitung: Ernst Bartmann
Bühnenbild und Kostüm: Juergen Bergbauer
Produktion und Regieassistenz: Petra Peschke

(Theater IMPULS, Andreas Wiedermann, Straubing)