The American Way – Bouquets for Ella


| Kleiner Konzertsaal

€ 18,–

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Musik – Klassik E
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Die GEDOK München stellt acht Musikerinnen – Komponistinnen, Instrumentalistinnen und eine Sängerin – vor. Fünf von ihnen sind GEDOK-Mitglieder, in München geboren, haben ihre Ausbildung hier absolviert oder sind schon seit Langem im Münchner Musikleben aktiv. Beim Blick über den nationalen Tellerrand werden sie unterstützt durch die polnische Sängerin Agnieszka Hekiert, die deutsch-amerikanische Komponistin Ruth Schonthal und die österreichische Komponistin Silvia Sommer.

Während Europa die Wiege der abendländischen Kompositionskunst ist, wurden die USA im 20. Jahrhundert zum Schmelztiegel der Nationen und somit auch der Künste. Europäische Komponist/innen fanden dort während des Nationalsozialismus eine neue Heimat. Gleichzeitig war vor allem das urbane Amerika auch das Geburtsland einer einzigartigen Kunstform, nämlich des Jazz.

Das Klavierduo Eva Schieferstein/Angela-Charlott Linckelmann führt Kompositionen der deutsch-amerikanischen Komponistin Ruth Schonthal (1924–2006) auf, die als kompositorisches Wunderkind in den 30er Jahren mit ihrer Familie von Hamburg über Schweden und Mexico in die USA emigrierte und dort wenige Jahre später als Komponistin, Pianistin, Musikpädagogin und später Professorin für Kompositionslehre erfolgreich war. In ihren Werken finden sich europäische und mexikanische Einflüsse wie auch die der amerikanischen Moderne. Aufgeführt wird ihr Werk »Bouquets for Margret«, Five Duets for Piano Four-Hands.

Auch in den Kompositionen der renommierten österreichischen Komponistin Silvia Sommer (*1944) finden sich internationale Einflüsse, deutlich hörbar in der »American Suite« für Klavier vierhändig.

Die in München lebende US-amerikanische Komponistin Gloria Coates (*1938) hat in den Jahren von 1971 bis 1984 die Konzertreihe »German American Contemporary Music« im Amerika-Haus organisiert. Beim 90-jährigen Jubiläum der GEDOK im Oktober 2016 wird sie zum Ehrenmitglied der GEDOK München ernannt werden. Ihr Stück »My Country Tis of Thee« (1975) hat Gloria Coates zum 200-jährigen Bestehen der USA komponiert und in diesem Werk wichtige traditionelle Melodien aus dem Süden, Lieder aus dem Bürgerkrieg, aber auch Spirituals ineinander verschränkt und verwoben und sie aus allen Blickwinkeln (auch rückwärts gespielt) betrachtet. Heraushören kann man auch international bekannte Melodien wie »Yankee Doodle«, »Glory, Glory, Hallelujah«, und einen Ausschnitt aus dem »Star Spangled Banner«.

In Anlehnung an den Titel »Bouquets for Margret« von Ruth Schonthal überreichen die Sängerin Agnieszka Hekiert, die Flötistin und Saxophonistin Monika Olszak und die Gitarristin Barbara Jungfer der großen Sängerin Ella Fitzgerald, die 2017 ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte, ihre eigenen, verspielt jazzig-farbigen Blumen: Bouquets for Ella. Wie die Komponistinnen Gloria Coates und Ruth Schonthal wurde auch Ella Fitzgerald schon als Jugendliche als musikalisches Talent entdeckt und sang bereits mit 18 Jahren in der BigBand von Chick Webb. Drei Jahre später, 1938, hatte sie einen Nr.1- Hit mit »A Tisket, A Tasket«. Allein in den Jahren von 1956–64 nahm sie die Song Books von Komponisten wie Cole Porter, Rodgers & Hart, Duke Ellington, Irving Berlin, George und Ira Gershwin, Jerome Kern, Harold Arlen und Johnny Mercer auf und setzte ihnen damit Denkmäler. »Ich wusste nicht wie gut unsere Songs waren, bis Ella sie gesungen hat«, so kommentiert Ira Gershwin die Interpretation des Songbooks der Gershwin-Brüder. Mit ihrem Scatgesang improvisierte sie zudem ebenso flexibel wie manche Instrumentalisten im Jazz. Ella Fitzgerald sang jedoch nicht nur mit Bigbands und Orchestern, sondern auch im Duo mit dem großen Jazzgitarristen Joe Pass. An diese intime Besetzung knüpft das Trio Hekiert/Olszak/Jungfer an und huldigt der First Lady Of Song.

(GEDOK München e. V.)