Jan Koester liest aus der Historia von Dr. Johann Fausten
Der weitbeschreyte Zauberer und Schwarzkünstler


| Glashalle, 1. OG (Speakers Corner)

Eintritt frei

Diese Veranstaltung liegt in der Vergangenheit.



Literatur & Wissen – Lesung
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Es gilt heute als erwiesen, dass im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts in Deutschland ein erfolgreicher, etwas dubioser Abenteurer lebte, der Faust hieß oder sich wenigstens so nannte. Er hielt sich bevorzugt in Marktstädten und an Herrschaftssitzen auf und empfahl sich als »Philosophus philosophorum«, als Astrologe und Wundermann.

Da er selbst nichts publiziert hatte, konnte man ihm nach seinem Tod um das Jahr 1541 alle möglichen Wetterkalender und Geisterbeschwörungen zuschreiben. So avancierte Faust zum Prototyp des zwielichtigen Gelehrten und Verführers. Es hieß, er habe einen gebratenen Kalbskopf zum Sprechen gebracht und einen Regenbogen in die ausgestreckte Hand spazieren und wieder zurückschnellen lassen.

Als Struwwelpeter und Scharlatan vereinigt er in seiner Person alle Untugenden, die die Expansion des Bürgertums überhaupt erst möglich und die der bürgerlichen Erziehung von jeher zu schaffen gemacht haben.

In der Literatur erscheint Faust erstmals in der von dem Buchdrucker Johann Spies 1587 veröffentlichten »Historia von D. Johann Fausten, dem weitbeschreyten Zauberer und Schwarzkünstler« als schlechter, aber auch nicht ganz unedler Sohn armer gottesfürchtiger Eltern.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Faust-Festivals München (GMG)

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