Hidalgo Festival München – IV. Scrollen in Tiefsee Max Ott

Hidalgo Festival München – IV. Scrollen in Tiefsee


| Black Box

€ 13,10 bis € 54,90


Diese Veranstaltung wurde von 19:30 Uhr auf 20:00 Uhr verschoben.

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Theater & Tanz – Performance
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Der Hidalgo ist Münchens Festival für junge Klassik. Zusammen mit einigen der besten deutschen Nachwuchskünstler/innen bringt er klassische Musik auf höchstem Niveau an die spannendsten Orte der Stadt. Er verbindet Hochkultur, Mainstream und Nische und reißt die Grenzen zwischen den Genres ein. Das Lied versteht der Hidalgo als lebendigen Ausdruck. Dafür produziert das interdisziplinär aufgestellte Team Video-Installationen, beauftragt Sound-Designer und konfrontiert romantische Dichtung mit moderner Lyrik. Erlaubt ist, was sich zu etwas Größerem zusammenfügt. Name und Geist des Hidalgo sind angelehnt an den gleichnamigen niederen spanischen Adeligen aus dem Mittelalter: ein Abenteurer, ein Draufgänger, ein freiheitsliebender Geist, der die Auseinandersetzung sucht. In den Worten von Robert Schumann und Emanuel Geibel: »Und Blumen oder Wunden trag' morgen ich nach Haus«.

IV. Scrollen in Tiefsee
Ein krasses Gedicht, neue Musik, eine riesige Kuppel, ein Film und ein Sänger in einem Jumpsuit – heraus kommt ein lyrisches Gesamtkunstwerk, das die Grenzen zwischen digitalen und realen Welten sprengt. Ein Parcours zwischen Straße und Skypefenster, Clouds und Kontrollzentren, Gezeiten und Datenströmen.

Das Projekt Scrollen in Tiefsee setzt in der Black Box im Gasteig den Höhepunkt der Festivalwoche 2019. Dabei wird die Idee des »Lyrischen Gesamtkunstwerks« intensiv weiterentwickelt. Auf drei Ebenen – Text, Klang und Raum – greifen vorproduzierte und live-entstehende Elemente ineinander und interagieren.

Das Publikum erlebt einen Wettstreit zwischen digitalen und physischen Welten, der auf einem Gedicht des zeitgenössischen Münchner Lyrikers Tristan Marquardt basiert. Er führt uns durch »regalmeter selfies« während »x terrabyte daten [im grundwasser] versickern«. Es ist eine Aufarbeitung der heutigen Erfahrungstopografie – denn wir bewegen uns ja längst nicht mehr nur durch Natur oder die Straßen unserer Städte, sondern mindestens ebenso selbstverständlich durch Browsertabs und Datenclouds.

Bei »Scrollen in Tiefsee« behandelt der Komponist Christopher Verworner (Leiter des Ensembles VKKO) das digital-physische Thema als Liedgesang mit elektronischen Klängen. Der prämierte Bariton Matthias Winckhler wird die Auftragsarbeit bei der Uraufführung sängerisch darstellen. Anders als bei konventionellen Liederabenden steht visuell nicht der Sänger im Zentrum, sondern eine große Video-Installation. Die von Bühnenbildnerin Katarina Ravlić (Bayerische Staatsoper) realisierte Leinwand-Konstruktion ragt wie eine Kuppel über dem Publikum in den Saal hinein. Darauf werden in aufwendiger Videomapping-Technik durchgehend Sequenzen geblendet, die aber nicht einfach nur die Musik untermalen, sondern live auf Sänger und Publikum reagieren.

Unter der Regie von Festival-Leiter Tom Wilmersdörffer entwerfen Videoproduzent Maximilian Riemer und Digital Live Artist Paul Bießmann dafür ein visuelles Duell: zwischen künstlichen Animationen und den Bildern gefilmter Natur. Der Zuschauer wird auf diese Weise in eine immersive Traumwelt versetzt: Wirbelt er gerade noch in rasendem Tempo auf einen abstrakten Horizont zu, schwingt sich im nächsten Moment ein Falke auf, der den Raum verschlingt und Platz macht für Himmelblau, in dem Starenschwärme kreisen.

Für Scrollen in Tiefsee wird Regisseur Tom Wilmersdörffer von der Landeshauptstadt München durch das mit 9.000 Euro dotierte Stipendium »Junge Kunst/Neue Medien« gefördert.

(HIDALGO e. V., München)




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