33. Jüdische Kulturtage München  »Gut geht es mir nur in der Fremde«

33. Jüdische Kulturtage München
»Gut geht es mir nur in der Fremde«


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Literatur & Wissen – Vortrag
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Veranstalter: Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition e. V.

Sunnyi Melles zeichnet die wechselvolle Lebensreise des Autors Joseph Roth nach
Textfassung und Regie: Alexander Wiegold

 



»Man verliert eine Heimat nach der anderen«, schrieb Joseph Roth 1939 im Pariser Exil. »Hier sitze ich am Wanderstab. Die Füße sind wund, das Herz ist müde.« Der Schriftsteller Joseph Roth, weltbekannt durch seine literarischen Meisterwerke »Radetzkymarsch« und »Hiob«, war ein ruheloser Wanderer und Getriebener. Die Erfahrung des Heimatverlustes und das Schicksal der ewigen Wanderschaft, beides zutiefst jüdische Erfahrungen, sind die bestimmenden Motive seines Werkes.

1894 in dem jüdischen Schtetl Brody, in der heutigen Ukraine geboren, zog es Roth 1913 zum Studium nach Wien. Doch der Erste Weltkrieg wirbelte alles durcheinander, das österreichische Kaiserreich zerfiel, seine Heimat Galizien, und damit die jüdische Lebenswelt im Osten Europas, löste sich in den folgenden Jahren im Nirvana der Geschichte auf. Roth reiste als Journalist quer durch Europa. Eine Wohnung hat er fast nie besessen; immer in Hotels, lebte er ein Leben im Transitraum, unentwegt schreibend an Kaffeehaustischen, wo er versuchte, die untergegangenen Welten seiner Kindheit und Jugend, den österreichischen Vielvölkerstaat, v. a. aber die jüdische Kultur Galiziens, literarisch zu beschwören und ihr ein Denkmal zu setzen.

Sunnyi Melles wird anhand von literarischen Selbstzeugnissen, essayistischen Schriften und Zeitdokumenten die wechselvolle Lebensreise dieses außergewöhnlichen Autors nachzeichnen.

In Zusammenarbeit mit der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und der Literaturhandlung München; mit Unterstützung des KR (Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition e. V., München)




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