Tanzperformance YESTER:NOW erstmals im Gasteig HP8
2021 hatte Moritz Ostruschnjaks YESTER:NOW erfolgreich Premiere im Gasteig in Haidhausen. Jetzt feiert es am 10. und 11. Juni Comeback im Gasteig HP8.
Perspektivwechsel in der Isarphilharmonie
Eine Besonderheit von YESTER:NOW ist die einzigartige Performance: Sechs Tänzer*innen bespielen den gesamten Raum, während das Publikum auf der Bühne sitzt. „Dadurch nimmt der Saal selbst Einfluss auf die Choreografie“, sagt Moritz Ostruschnjak. „Ich muss die Ideen, die ich bei der Inszenierung von YESTER:NOW in der Philharmonie im Gasteig hatte, für die Isarphilharmonie adaptieren. Das ist für mich eine spannende Herausforderung.“
Die Wiederaufnahme des Stücks bietet dem Publikum dadurch die Möglichkeit, die Isarphilharmonie noch einmal ganz neu zu erleben. „Die Idee, die Perspektive von Darstellenden und Zuschauenden zu vertauschen, hat mich schon 2021 begeistert,“ sagt Gasteig-Geschäftsführer Max Wagner. „Das wird jetzt nochmal getoppt: Der große, schwarze Saal unseres Interimsquartiers als Kulisse – das hat es so noch nie gegeben. Und die Themen von Protest bis Krieg sind so aktuell wie vor zwei Jahren.“
Moritz Ostruschnjaks geht es mit seiner Tanzperformance YESTER:NOW um die Komplexität des Weltgeschehens. Das Chaos der Gegenwart erzeugt einen Wirbel an heterogenen Bewegungen, Bildern, Parolen und Sounds. Alle posaunen ihre Meinung heraus, die Grenzen zwischen Fantasie und Fiktion, Virtualität und Realität, Politik und Entertainment verschwinden.
Die sechs Tänzer*innen durchstreifen kletternd, rennend, tanzend die komplette Isarphilharmonie – ein Schwarm, ein Cluster gesampelter Bewegungen, aus dem immer wieder einzelne Körper ausbrechen. Bunt gemischt werden Sounds und Bewegungen aus Streetdance, Musical, Contemporary, Hip Hop und angedeuteten Ballett- und Tapdance-Schritten. Schilder mit Slogans verschlagworten die Gegenwart – die Revolte wird zum Livestyle, der Inhalt zur Parole.
Im Versuch, diese unüberschaubare Komplexität des Weltgeschehens zu bewältigen, wird eine Mischung aus Simplifizierungen und Showbiz-Attitüden geboren. Die Darstellenden setzen das in vielfältige und spannende Tanzbewegungen um. Ganz nach dem Motto: Subtil war gestern – it’s showtime, baby!
Moritz Ostruschnjak, 1982 in Marburg geboren, kam von der Sprayer-Szene über Breakdance zum zeitgenössischen Tanz. Er studierte bei Iwanson International in München und vervollständigte seine Ausbildung bei Maurice Béjart in Lausanne. Es folgten Engagements als Tänzer im In- und Ausland. Seit 2013 arbeitet Moritz Ostruschnjak als freischaffender Choreograf in München. 2020 wurde er mit dem Förderpreis Tanz der Landeshauptstadt München ausgezeichnet und erhielt 2022 die dreijährige Optionsförderung des Kulturreferates der LH München sowie die ebenfalls dreijährige Konzeptionsförderung des Fonds Darstellende Künste. Im Mai 2023 eröffnete er mit seiner Uraufführung von „Rabbit Hole“ das Festival DANCE in München. Für den Opern-Kinofilm „Orphea in love“ von Regisseur Axel Ranisch, der aktuell in den deutschen Kinos zu sehen ist, verantwortete er die Choreografie.
YESTER:NOW
Samstag, 10. Juni, 20 Uhr
Sonntag, 11. Juni, 18 Uhr
Isarphilharmonie
Gasteig HP8
Hans-Preißinger-Straße 8
Tickets: € 21,70; erm. € 12,70