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Wogegen rebellierst du?

Dagegen sein und Rebellion wird schnell mit der Jugend verbunden. Stimmt das heute noch? Wir haben uns unter Künstler*innen, die im Gasteig HP8 auftreten umgehört und sie gefragt, gegen was sie kämpfen und für was sie einstehen.

Seitenportrait von Malika Tirolien
Copyright: Yannis Davy

Gegen Ausgrenzung, für Gerechtigkeit

„Sich gegen Diskriminierung, Unterdrückung und Ungerechtigkeit aufzulehnen, ist eine Rebellion, die alle Menschen jeden Tag bereit sein sollten, auf sich zu nehmen – und zu gewinnen. Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, und genau das macht uns einzigartig. Doch wir alle haben unseren Platz und unsere Aufgabe im großen Gefüge des Universums.“

Malika Tirolien, Sängerin mit einem Mix aus Soul, R&B, Hip-Hop und Jazz

Bundesjugendorchester und Bundesjazzorchester & Malika Tirolien
14.4. | 20:00 Uhr | Isarphilharmonie

Eine Gruppe schwarzgekleideter Menschen mit rosa Haarbändern springt gleichzeitig hoch.
Copyright: Sara Kurig

Gegen Algorithmus, für direkten Kontakt

„Wir rebellieren gegen das Perfekte. Auf der Bühne verzichten wir auf Dramaturgie, Inszenierung oder Bühnenbild. Zusammen mit dem Publikum kämpfen wir gegen die durchgeplante Unterhaltung an und machen das, was der Moment braucht. Ohne Algorithmus. Im direkten Kontakt. Wir stehen auf für Liveerlebnisse, die authentisch und nah sind. Wir hören zu, nehmen wahr und tauchen gemeinsam ab. Jenseits der Bühne rebellieren wir gegen das Gegeneinander, den Hass und die Spaltung.“

Bühnenpolka, Münchner Improtheater-Gruppe

ImproGala – 15 Jahre Bühnenpolka
16. & 17.4. | 20:00 Uhr | Saal X

Foto der Blasmusik Supergroup. Alle Musiker haben ihre Blechblasinstrumente in der Hand und tragen schwarze Klamotten. Ein Musiker trägt rote Klamotten und steht vor den anderen.
Copyright: Lukas Beck

Gegen Spaltung, für gemeinsames Musizieren

„Wogegen ich mit aller Kraft rebelliere, ist die Zerstörung des gesellschaftlichen Diskurses. Die neuen Medien haben wesentlich zur viel beschriebenen Spaltung der Gesellschaft beigetragen, und da ist leider kein Ende in Sicht. Wer jedoch regelmäßig aktiv Musik macht, zum Beispiel in einem Blasmusikverein, hat ein Forum, das den Dialog fördert. Wer gemeinsam musiziert, lernt nicht nur zuzuhören, sondern auch respektvollen Umgang, auch wenn die persönlichen Meinungen vielleicht auseinandergehen. Wir alle haben wesentliche Gemeinsamkeiten und sollten diese nicht der selbstdarstellerischen Empörung in den sozialen Medien opfern.“

Thomas Gansch, Trompeter und Komponist bei der Blasmusik Supergroup

Blasmusik Supergroup mit Musiker*innen der Wiener Philharmoniker, von LaBrassBanda, Mnozil Brass und anderen
21.4. | 20:00 Uhr | Isarphilharmonie

Bild des Kabarettisten Martin Schmitt. Er trägt schwarze Kleidung, lächelt in die Kamera und hält ein Miniaturklavier in der Hand.
Copyright: Bell Arte Konzertdirektion Dr. Schreyer GmbH

Gegen Abrissbirnen, für den Frieden

„Wäre ich ein Rebell, würde ich eher linksautonomen Punkrock machen und nicht Klavierkabarett. Trotzdem verkneife ich es mir nicht, auf ironische bis zynische Art gewisse Missstände ins Visier zu nehmen. Ob es dabei um Abrissbirnen mit geopolitischen Bestrebungen, nationale Tendenzen, die für mich in die falsche Richtung laufen, oder auch denkwürdige menschliche Beziehungen jeder Art geht – da mache ich ungern vor irgendetwas Halt. Rebellion bewegt sich zu oft auch auf dem schmalen Grat zwischen gerade noch dienlich und bereits Grenzen und Gefühle verletzend. Ich halte es mit Oscar Wilde: ,Die Note der vollkommenen Persönlichkeit ist nicht die der Rebellion, sondern die des Friedens.‘“

Martin Schmitt, Pianist, Komponist und Kabarettist

Martin Schmitt & Gäste
26.4. | 19:00 Uhr | Isarphilharmonie

Künstlerisch verschwommene Aufnahme der Band.
Copyright: Theo Mergelkamp

Gegen Vereinzelung, für Solidarität

„Wir rebellieren gegen ein System, in dem das soziale Miteinander durch ständige Konkurrenz bedingt ist. Die Erfolgskriterien dieser Nation sind
nicht unsere. Während wir um Jobs, Prestige und Wohnungen konkurrieren müssen, bleibt kaum Raum für solidarische Gemeinschaft. Wir rebellieren gegen Vereinzelung – für kollektive, liebevolle Fürsorge und ein Leben, das mehr ist als Verwertung.“

Rosa Rost, Gazepunk-Band

Isarflux Festival
5.4. | 20:30 Uhr | Halle E

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