Bühne frei: Wie die Stars
Einmal selbst auf der Bühne der Isarphilharmonie stehen – 40 Münchner*innen nutzten vom 9. bis 12. September die Chance, sich diesen Wunsch zu erfüllen. Vier Tage lang war die Isarphilharmonie unter dem Motto „Bühne frei!“ offen für alle(s): Es wurde getanzt und gesungen, gelesen, gelacht, gespielt, geturnt und gefeiert.
Die jüngste Teilnehmerin war 14, die älteste 82 Jahre alt. Hildegard Knefs „Für mich soll`s rote Rosen regnen“ schallte ebenso durch den Saal wie Opernarien, Rap-Songs oder Jazzmusik, neben dem Steinway-Flügel ertönten Celli, Gitarren, Akkordeons und Saxofone. Und die Isarphilharmonie bot Raum für noch mehr: Sie diente vor einem kleinen, selbst auserwählten Publikum als große Yogamatte, Leseforum, Theaterbühne und romantischer Ort für ein Hochzeitstagsständchen.
So vielseitig die Darbietungen in diesen vier Tagen waren, so einhellig war die Begeisterung aller Teilnehmenden hinterher:
„Es hat sich richtig abgefahren angehört. Ich hatte manchmal das Gefühl, ich bin ganz allein, das war superschön. Normalerweise musizieren wir im Wohnzimmer oder bei ganz kleinen Veranstaltungen. So eine große Bühne, so ein großer Saal – das war schon ziemlich cool!
„Ich war schon als Kind fasziniert von der Idee, irgendwo zu sitzen und den Menschen etwas von mir zu erzählen. Die Leute sollen lachen – aber mal nicht über mich, sondern mit mir. Da hat sich heute für mich ein Traum erfüllt. Jetzt kann ich verstehen, dass jemand sagt: Das sind die Bretter, die die Welt bedeuten.“
„Adrenalinspiegel auf 1000! Es war eine unglaublich tolle Gelegenheit. Ich kann nur jedem raten: Wer von so etwas träumt, der sollte das nutzen – auf die Bühne zu gehen, vieles fallen zu lassen, mit dem Gesang auf die Menschen zuzugehen und dann zu merken, dass man die Leute begeistern kann. Das gibt einem unglaublich viel, auch wenn vorher das Herz klopft bis zum Rachen rauf… Vielen Dank für die tolle Gelegenheit. Das war ein Traum. Ich würde es sofort wieder machen!“
„Es ist ein beeindruckendes Gefühl, auf einer Bühne zu spielen, auf der normalerweise Stars stehen. Plötzlich ist man selbst der Star. Das ist ein unglaublicher Moment.“
„Das war ein ganz toller Perspektivenwechsel, den ich jetzt in jeden Konzertbesuch mitnehme. Erstaunlicherweise fühlt sich der riesige Saal von der Bühne aus ganz geborgen an – und das auch mit meinen wenigen Zuschauern! Wir haben jeden Moment darin und auch im Foyer genossen. Es ist ein cooles Ambiente, auf das München stolz sein kann.“
„Für mich war es unglaublich, in einer Halle mit so einem Klang zu spielen. Das war ein ganz besonderes Erlebnis! Ich bin einfach nur dankbar.“
„Ich habe heute meine Bühnenangst verloren. Normalerweise habe ich einen wahnsinnigen Respekt vor Auftritten, bin nervös, finde keine Worte. Die Gelegenheit, so etwas nur vor den Leuten zu machen, die man einlädt, ist toll. Da betritt man die Bühne und fühlt: Ich bin frei! Das war ein ganz tolles Erlebnis!“
Text: Melanie Brandl