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We don't need no education: Besuch bei der Kinderband Gute Noten

Es ist Freitagnachmittag, unweit vom Goetheplatz in München, neun Kinder trudeln direkt nach Schule und Mittagsbetreuung in einer Altbauwohnung ein. Schuhsalat vor der Haustür, Schultaschen im Flur, aus dem Wohnzimmer tönt Musik. Die Band probt gerade für den Auftritt bei „Der Gasteig brummt!“ am 7. März. Schon im vergangenen Jahr haben die acht- bis zehnjährigen jungen Musiker*innen das Publikum im Gasteig HP8 begeistert.

Sieben Kinder im Alter von 8 bis 10 Jahren posieren unter ihrem Band-Banner.
Wenn die Kinder proben, rockt die Bude. Copyright: Maria Zimmerer/Gasteig

Ausgelassen hüpfen Kinder über den Parkettboden, auf der Couch neben dem Klavier stimmen zwei Gitarristen ihre Saiten, ein Bläser trötet sich durch die Oktave. Schlagzeuger Neo fehlen noch zwei Teile für seine Beats, „die müssten im Keller sein“. Drummer-Mama Anna ist schon unterwegs und behält als Grundschullehrerin und Band-Koordinatorin auch im Gewimmel den Überblick. Dank elterlicher Expertise sind die Trommeln zügig angeschraubt, und der Durchlauf der neuen Stücke kann beginnen.

Ganz locker singt Leo, zehn Jahre, auf Englisch ins Mikrofon: „We don’t need no education, we don’t need no thought control!” Pink Floyd wären begeistert von der Power dieser jungen Truppe. Kennengelernt haben sich „Gute Noten“ in der Grundschule an der Stielerstraße. Dort besuchen sie die dritte oder vierte Klasse, der zehnjährige E-Gitarrist Johann hat den Schulwechsel bereits hinter sich.

„Wir haben halt auf den Notenblättern gute Noten und auch in der Schule.“

Im Idealfall wird jede Woche geübt, meist hier im Wohnzimmer. Und immer wieder kommen neue Musikbegeisterte dazu. „Ich glaube, wir hatten hier schon mal bis zu 30 Kinder“, erzählt Franzi voller Freude. Die Klavierpädagogin und ihr Mann Ulli, Musikjournalist, stellen gerne ihre Wohnung zur Verfügung und kümmern sich mit um das „Management“ der Band. Wie die Kinder brennen auch sie für die Musik, organisieren Auftritte wie bei „Der Gasteig brummt!“ oder achten auf Lautstärke und Rhythmus.

Acht Kinder bei der Probesession: Drei singen ins Mikrofon, ein Junge sitzt am Schlagzeug. Andere spielen Trompete und E-Gitarren.
Musikmachen ist für diese Kids ein großer Spaß. Copyright: Maria Zimmerer/Gasteig
Acht Kinder posieren mit Quatschpose vor  der Kamera. Ein Junge wird quer gelegt und gehalten.
Copyright: Maria Zimmerer/Gasteig

Eine*n Bandleader*in gibt es nicht, über das Repertoire entscheiden alle gemeinsam. Die einen mögen Jazz, andere stehen auf Rock, Punk oder Klassik, gerade die Mischung sorgt für neue Ideen. Mit dieser Band soll es auf jeden Fall noch lange weitergehen: „Weil es einfach super ist und Spaß macht“, finden alle.

Einige können sich durchaus vorstellen, Profimusiker*innen zu werden, andere träumen von einer Erfindung oder Schauspielerei. Aber bis dahin ist noch viel Zeit – erst mal möchte die achtjährige Sängerin Tiana Geige lernen. Apropos Geige: „Bitte nicht auf dem Boden liegen lassen“, sagt Ulli, der zwischen Mikrofonen und Verstärkern hin- und herflitzt und Getränke liefert.

Ihrem zweiten Auftritt im Gasteig HP8 fiebert die Kinderband schon entgegen. „Weil man dann Applaus bekommt, und weil die Leute es cool finden, was wir spielen. Man macht denen, die zuhören, ja auch eine Freude!“ Nach den Auftritten ist Bläser Lori immer hin- und hergerissen. „Ich bin zwar erleichtert, aber würde halt auch gerne noch weitermachen!“

„Auftreten ist super. Man bekommt Applaus und die Leute finden cool, was wir spielen!“

Am Samstag, 7. März ist es so weit, dann rockt die Band nachmittags bei der Open Stage im Gasteig HP8. Für heute müssen sie aber den Stecker ziehen, denn für einige geht es direkt weiter zum Fußballtraining, der elterliche Abholservice plaudert schon bei einer Tasse Kaffee in der Küche nebenan. „Das Lied heute hat sich besser angehört als das Original“, lobt die Mutter des achtjährigen Geigers Luis, die das Engagement für die Band sehr schätzt. „Immer wenn mein Sohn Musik gemacht hat, sehe ich so einen Glow in seinen Augen!“

Text: Maria Zimmerer