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Umgehört: Hip-Hop als Empowerment

Wer an den Workshops des Hip-Hop-Kollektivs 5elements e. V. teilnimmt, lernt Beats zu produzieren, zu rappen, sprayen oder zu breaken. Was die Teilnehmer*innen für sich mitnehmen, geht aber weit darüber hinaus. Warum ist gerade die Hip-Hop-Kultur so geeignet, um Empowerment zu erfahren?

Eine junge Frau mal mit Kindern.
Shaya Navid Copyright: Benedikt Feiten/Gasteig

Shaya Navid, Kunstpädagogin und Tänzerin:

„Hip-Hop ist so vielschichtig, dass alle etwas darin finden können. Ob du gerne malst, lieber tanzt, schreibst und rappst oder gerne Beats baust: Hip-Hop bietet dir ein Werkzeug, um dich auszudrücken und selbst zu erfahren. Wenn du gerne alles machst, sowieso. Hip-Hop ist eine inklusive und niedrig schwellige Möglichkeit, sich kreativ zu entfalten, die eigenen Kompetenzen zu erleben und sich aus zutauschen. Community und Partizipation sind dabei zentral. Besonders für Kinder und Jugendliche of Color in Deutschland hat Hip-Hop zudem Räume, Repräsentation und Berufswege geschaffen, die nicht immer nur weiß dominiert sind. Viele meiner Kolleg*innen, die auf diese Weise künstlerische Karrieren, Studios, Magazine auf gebaut haben, inspirieren mich. Das hat mir und vielen anderen Perspektiven gegeben.”

Ein Mann mit Cap erzählt und gestikuliert.
Jogi Scheuerer aka Boshi San Copyright: Benedikt Feiten/Gasteig
Porträt von Taiga Trece
Taiga Trece Copyright: Nils Schwarz

Taiga Trece, Rapperin & Songwriterin:

„Hip-Hop hat in der Essenz etwas Rohes und Echtes. Selbstermächtigung heißt für mich, in die eigene Kraft zu kommen und aus ihr heraus Dinge zu initiieren. Je mehr wir in unserer Mitte sind, desto klarer können wir für uns und andere einstehen. Für Hip-Hop brauchst du keinen Abschluss, keine Papiere und keine großen Ressourcen. Vieles ist improvisierbar, und das macht es offen für alle. Dazu kommt das weltweite Netz mit der gemeinsamen Haltung: Respekt, Austausch, Zusammenhalt. Dadurch entsteht ein Gefühl von Zugehörigkeit und oft ein sicherer Hafen. Um Dinge möglich zu machen, braucht es Mut und auch die Bereitschaft, etwas loszulassen oder wirklich anzugehen. Wenn wir diesen Prozess zu lassen, öffnen sich neue Wege.”

Jogi Scheuerer aka Boshi San, Rapper & Musiker:

„Hip-Hop entstand im Kontext struktureller Diskriminierung von Schwarzen Menschen und People of Color und war von Beginn an mit verschiedenen Widerstands- und Überlebenstraditionen verbunden, so etwa dem Civil Rights Movement oder der Black Power-Bewegung. Deren Motto „Each One, Teach One“ bringt diese Selbstermächtigungsstrategie auf den Punkt: Es geht darum, sich selbst und gegenseitig etwas beizubringen und so zusammen etwas zu erschaffen. Das ist in vielen Kontexten anwendbar und macht Hip-Hop so flexibel und global mobil. Für mich war und ist Hip-Hop immer noch eine Kraftquelle und trotziger Hoffnungsschimmer. Wenn du mir einen freshen Beat, einen Stift und ein Blatt Papier gibst, fühle ich mich jedes Mal so, als wäre alles möglich.”

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Hip-Hop-Workshops im Gasteig HP8 & Gasteig Motorama

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