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Tausendmal getanzt: Community Dance bringt Menschen in der Halle E zusammen

Seit einem Jahr tanzen beim Community Dance regelmäßig Menschen jeden Alters mit und ohne Behinderung gemeinsam in der Halle E. Tanzvermittler Ralf Otto leitet dieses erfolgreiche Format im Gasteig HP8 mit seinem Team an und erzählt, wie das gemeinsame Tanzen Berührungsängste abbaut.

Menschen tanzen in der Halle E, im Vordergrund tanzt ein Mädchen und lächelt.
Eine bunte Community trifft sich monatlich zum gemeinsamen Tanzen in der Halle E. Alle sind dazu eingeladen! Copyright: Benedikt Feiten/Gasteig

Es begann als kleines Format in einem geschützten Raum und übertraf alle Erwartungen: Schon beim allerersten Mal – und noch unter dem ursprünglichen Titel DanceAbility – platzte der Probensaal buchstäblich aus den Nähten: Statt der geschätzten 20 Teilnehmenden waren mehr als 80 gekommen. Menschen im Alter zwischen vier und weit über 70 Jahren, manche mit, andere ohne Behinderung, bewegten sich miteinander – alle in ihrem eigenen Tempo und Rhythmus. „Das war der Hammer“, schwärmt Tanzvermittler Ralf Otto. „Was da passierte, war genau das, wovon ich immer geträumt habe: eine Vielfalt, in der man die ganze Stadtgesellschaft tanzen sieht.“

Im September 2024 wagte Ralf Otto unter dem Titel Community Dance den Schritt hinaus aus dem kleinen Probensaal in einen neuen Raum: die Halle E im Gasteig HP8. Er holte sich dazu Andrea Marton und Ute Schmitt von der Initiative „Tanz inklusive“ mit in die künstlerische Leitung. „Sie haben ein Netzwerk jüngerer Tanzvermittler*innen, die uns unterstützen“, erklärt Otto. „Das war mir sehr wichtig. Eine Form von Dance-Ability in dieser Größe und mit so vielen Menschen hatte es in Deutschland so ja bisher nicht gegeben. Ich war gespannt, ob das funktioniert.“

Tanzvermittler Ralf Otto zeigt Bewegungen.
Ralf Otto und seine Kollegin Andrea Marton leiten das kostenlose Format an. Copyright: Benedikt Feiten/Gasteig

„Alle können, keiner muss. Nichts ist falsch. Hier muss niemand Schritte zählen oder im Takt bleiben.“

Tanzvermittler Ralf Otto

Das Konzept geht auf: Weder die Offenheit des Raums, bei dem Menschen kommen und gehen, noch die große Zahl Teilnehmender ist ein Problem. „Das fasziniert mich wahnsinnig. Hier bildet sich aus vielen Einzelnen ein großer sozialer Körper, bei dem die Menschen wirklich in Kontakt miteinander sind“, sagt Otto. Sogar Jugendliche im Alter von 14 bis 18 würden im Gasteig HP8 mittanzen. Das hätte er nirgendwo sonst erlebt, so der Tanzvermittler. Zu Rempeleien oder Konflikten kommt es dabei nie. Kinder krabbeln zwischen den Tanzenden hindurch, für Rollstühle wird Platz geschaffen, Taube werden dank Gebärdensprachdolmetscherin integriert. „Es entsteht eine Community“, freut sich Ralf Otto. „Leute, die sich zwei Stunden vorher noch nicht kannten, gehen hinterher gemeinsam Kaffee trinken.“

Eine Gruppe Menschen bewegt sich gemeinsam vor der Rückwand der Halle E.
Viele Menschen tanzen in der Halle E durcheinander, alle machen ihre individuellen Bewegungen.
Vier Menschen bewegen sich aufeinander zu.

Die Menschen fühlen sich in der Halle E wohl. Und sie mögen offensichtlich, dass Community Dance keine klassische Tanzveranstaltung ist: „Das ist keine Gymnastikgruppe und auch kein Sportverein. Es ist ein Kunstformat, eine Bewegungsimprovisation.“ Es geht für Otto bei diesem Format eben nicht darum, Begrenzungen zu erleben, sondern Möglichkeiten zu entdecken, indem man den eigenen Körper spürt und mit anderen in Interaktion tritt: „Wir tanzen einfach alle zusammen. Durch dieses gemeinsame Bewegen werden Berührungsängste abgebaut zwischen Menschen mit und ohne Behinderung, zwischen Jungen und Älteren oder auch zwischen Menschen mit unterschiedlicher Herkunft. Und die, die keine Einschränkungen haben, lernen dabei am meisten.“

„Für mich ist die Halle E für dieses Format der allerschönste Ort überhaupt. Weil sich hier die bunteste Community trifft.“

Ralf Otto, Leiter des Community Dance im Gasteig HP8

Im Juni hat die Veranstaltung die magische Zahl der 1000 Teilnehmenden in nur einem Jahr geknackt. „Das allein zeigt, dass der neue Raum für uns perfekt ist“, freut sich Ralf Otto. Er erzählt von bewegenden Feedbacks, bei denen sich Menschen bedanken, deren Single-Sonntag nun nicht mehr einsam ist. Oder von Gehstöcken, die vergessen werden, weil die Besitzenden nach dem Workshop so fit und gut drauf sind, dass sie an ihre Gehhilfe gar nicht mehr denken. Am meisten aber freut ihn die Unterschiedlichkeit der Menschen, die sich einmal im Monat in der Halle E treffen, um sich gemeinsam zu Musik zu bewegen. So viel Freiheit oder Spielraum gäbe es in kleinen Räumen nicht, sagt der Tanzvermittler.

Kommende Community Dance-Termine im HP8

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