„Kinder sind das beste Publikum“, sagt Alex Glöggler. „Sie zeigen völlig ungefiltert, ob ihnen etwas gefällt – oder eben nicht. Deshalb macht es uns so unglaublich viel Spaß, für Kinder zu spielen.“
Noch lieber, als vor ihnen aufzutreten, nehmen die zwei Musiker, die sich im Studium an der Hochschule für Musik und Theater München im Seminar von Meistertrommler Peter Sadlo kennengelernt haben, junge Menschen direkt mit in Workshops oder auf die Bühne. „Wir wollen Kinder an die Musik heranführen und begeistern“, erklärt Philipp Jungk. „Gerade das Trommeln eignet sich als Einstieg perfekt: Einen Rhythmus zu finden, ist leicht – klopf einfach mal das Wort – Scho-ko-Ba-na-ne.“ Niederschwelliger geht der Einstieg in die Musik kaum. „Man braucht keine teuren Instrumente. Es reichen Alltagsgegenstände wie Eimer und Schwimmnudeln.“
„Wenn Du dann raustrittst, die Musik spürst und das Publikum, dann zählt nur noch der Moment. Mehr im Hier und Jetzt kann man kaum sein.“
Aber warum tut das den Kindern gut? „Zuerst einmal macht Musik Spaß – das ist die Basis!“, da sind sich die Double Drums einig. Es sei auch ein schönes Erlebnis, mit anderen gemeinsam Musik zu machen. „Man lernt dabei, nicht nur sich selbst, sondern sich gegenseitig zuzuhören.“ Außerdem fördert die Musik Kreativität und Vorstellungskraft: „Wir fragen die Teilnehmenden oft, was für Bilder in ihrem Kopf entstehen, wenn sie mit uns trommeln. Und es ist immer wieder erstaunlich, was für interessante Sachen rauskommen“, so Alex Glöggler.
Ihr Ziel sei nicht, aus allen Kindern tolle Musiker*innen zu machen. „Unsere Message ist eher: Wenn ihr für etwas brennt, dann macht das weiter. Das muss nicht das Schlagzeug sein –vielleicht ist es für euch der Sport. Aber verfolgt eure Leidenschaft!“ Das machen die Double Drums offensichtlich selbst bis heute. Philipp Jungk hat schon als Kind in der Küche leidenschaftlich mit Kochlöffeln auf Töpfen getrommelt, erinnert er sich.
„Aus Fehlern lernt man. Das gilt nicht nur für die Musik, sondern überall im Leben.“
Mit kindlicher Neugier entdecken die Double Drums immer wieder neue Alltagsgegenstände als Klangkörper – von Bohrmaschinen über Trittleiter bis Pappkartons. Und hören nicht auf, neue Genres auszuprobieren, erzählt Alex. „Am schönsten ist es, wenn dann der Funke überspringt auf das Publikum und man die Leute miteinsaugt in den Flow.“ Das gipfelt in der Regel darin, dass alle im Saal aufgefordert werden, mitzumachen. Klatschen, Stampfen – alles ist erlaubt. „Da fließt dann eine Energie hin und her, die ist unbeschreiblich!“
Bei „Der Gasteig brummt!“ stehen die Double Drums mit Viertklässler*innen einer Grundschule in Berg am Laim auf der Bühne, die sie in einem Percussion-Workshop auf den Auftritt vorbereiten. Unter dem Titel „Strings’n’Drums – Von fremden Ländern und Menschen“ laden sie gemeinsam mit dem Münchener Kammerorchester zu einer Reise von Südamerika über Afrika bis nach Asien.
Wie kann das funktionieren: viele Kinder, viele Instrumente, viele verschiedene Sounds und dazu noch ein klassisches Orchester? Die Double Drums lachen wieder. „Mit ganz, ganz viel Energie!“ Die entsteht in diesem Fall nicht nur durch das Mitmachen, sondern durch die besondere Konstellation: Mit Schlagwerk und Streicher*innen prallen zwei Klangwelten aufeinander. Beide geben Rhythmus, aber eben sehr unterschiedlich, beschreibt es Alex: „Da brummt es dann wirklich im Gasteig HP8. Und es macht richtig Bock!“
Double Drums in der Isarphilharmonie
Text: Melanie Brandl