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22.03.2021

YESTER:NOW – Moritz Ostruschnjak

YESTER:NOW – Moritz Ostruschnjak

Die aufregende neue Tanzproduktion von Moritz Ostruschnjak in der Philharmonie – jetzt als Film, bald als Live-Event.

Wir freuen uns sehr auf YESTER:NOW, die neueste Produktion des Choreographen Moritz Ostruschnjak, die Ende Juli (genauer Termin wird noch bekannt gegeben) im großen Saal der Philharmonie ihre Premiere haben soll. Der Corona-Ausnahmezustand macht es möglich, in dem wegen der Pandemie nicht genutzten größten Konzertsaal der Stadt mit seinen 2.400 Plätzen, eine einzigartige Performance zu inszenieren, in der sechs Tänzer*innen die gesamte Zuschauer-Arena bespielen, während das Publikum auf der Bühne sitzt.

Bild zeigt Bühnenbild

Film-Uraufführung

Wer sich schon mal auf die Live-Performance einstimmen möchte (die Gasteig-Redaktion zum Beispiel), hat die Chance, sich das Ereignis vorab als Film anzusehen. Im Rahmen von »Fokus: Moritz Ostruschnjak« präsentiert das Theater Freiburg YESTER:NOW, den Film vom 26. März 2021, 20:00 Uhr (UA) bis 29. März 2021 als Video on Demand.
Im Anschluss an die Filmpremiere findet ein virtuelles Publikumsgespräch mit dem Choreografen Moritz Ostruschnjak und Dramaturg Armin Kerber via Zoom statt.

Tickets und alle Details über: https://dringeblieben.de/videos/yesternow

Bild zeigt Szenebild mit Tänzer*innen

Die Verschlagwortung der Gegenwart

YESTER:NOW setzt sich mitten in das Tohuwabohu des aktuellen Ausnahmezustands hinein und erzeugt einen Wirbel von heterogenen Bewegungen, Bildern, Parolen und Sounds – eine surreale synkretistische Cloud des Hier und Jetzt. Sechs Tänzer*innen bilden einen Schwarm, ein Cluster gesampelter Bewegungen, aus dem immer wieder einzelne Körper ausbrechen. Schilder mit Slogans aus Protestkultur, Pop, Nonsens, Politik und High Tech verschlagworten die Gegenwart. Der Versuch, die unüberschaubare Komplexität des Weltgeschehens zu bewältigen, gebiert eine Mischung aus Simplifizierungen und Showbiz-Attitüden: Subtil war gestern – it’s showtime, baby!

Die choreografische, visuelle, musikalische Arbeitsweise des Mash-up – kopieren, transformieren, re-arrangieren – hat Moritz Ostruschnjak in »Unstern« erstmals angewendet und in »Autoplay« und »Tanzanweisungen« weiter ausgearbeitet; in »YESTER:NOW« wird dieses Prinzip nun vertieft. Unterschiedlichstes Bewegungsmaterial – zumeist gewonnen aus dem www – wird hier in Schichten übereinandergelegt; nicht mehr wie bisher das Aufzeigen der Herkunft, sondern das Transformieren, Bearbeiten und Mutieren des Materials bestimmt die Choreografie der aktuellen Arbeit Ostruschnjaks, während sich die visuelle Ebene (Moritz Stumm) vom Bild weg hin zur Typografie verschiebt.

Der Titel YESTER:NOW entstammt einem expressiven und aggressiven Track von Miles Davis von 1970, der dem Boxer Jack Johnson Tribut erweist, der sich 1908 als erster Schwarzer den Titel des Boxweltmeisters erkämpfte.

Bild zeigt Moritz Ostruschnjak

Biografie Moritz Ostruschnjak

Moritz Ostruschnjak befasst sich in seinen Arbeiten mit den Veränderungen der körperlichen und sozialen Erlebnisfähigkeit in Zeiten der Digitalisierung und Virtualisierung. Räume aus Hyperlinks sind seine Werke, die die Medienmaschinerie des 21. Jahrhunderts als Motiv und Fundus nutzen und so gesellschaftliche Prozesse gleichermaßen spiegeln wie reflektieren. Nach dem Arbeitsprinzip Pick & Mix, Cut & Paste entsteht aus heterogensten Elementen und Verknüpfungen das Narrativ einer Realität, in der Politik, Entertainment und Populismus mehr und mehr verschwimmen.

Kommend aus der Sprayer-Szene, entwickelte Moritz Ostruschnjak über Breakdance sein Interesse für den zeitgenössischen Tanz. Er studierte bei Iwanson International in München und vervollständigte seine Ausbildung bei Maurice Béjart in Lausanne. Es folgten Engagements als Tänzer im In- und Ausland. Seit 2013 arbeitet er als freischaffender Choreograf in München und realisierte zuletzt die Produktionen »Unstern« (2018), »Autoplay« (2019) und das Solo »Tanzanweisungen« (2020). Seine Werke wurden bei Tanzwerkstatt Europa und Rodeo – Münchner Tanz- und Theaterfestival gezeigt, die Produktion »Unstern« wurde auf der Tanzplattform Deutschland 2020 präsentiert, mit dem Solo »Tanzanweisungen« ist der Choreograf in der Auswahl Aerowaves Twenty21 Artists. Zudem wurde ihm für sein Schaffen das Förderpreis Tanz der Landeshauptstadt München 2020 zuerkannt und seit 2019 wird Moritz Ostruschnjak vom Netzwerk Grand Luxe unterstützt. Seit 2016 ist Moritz Ostruschnjak Mitglied des Tanztendenz München e.V.

Trailer 1 auf Vimeo ansehen
Trailer 2 auf Vimeo ansehen

Mehr Informationen unter
moritzostruschnjak.com
theater.freiburg.de


Fotos: © Franziska Strauss; Portrait © Jubal Battisti

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