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21.12.2021

Wohlklang und Tatendrang

Wohlklang und Tatendrang Benedikt Feiten

Die Generalprobe für ihren ersten Auftritt in der Isarphilharmonie ist gerade beendet – der perfekte Moment, mit ein paar Mitgliedern des Hochschulsymphonieorchesters das HP8-Gelände zu erkunden und sie nach ihren Eindrücken zu fragen.

Lautstark im Treppenhaus: Die Studierenden der HMTM

Bis zum Herbst zieht ein Teil der Hochschule für Musik und Theater München hierher und die erste Probe klang schon mal vielversprechend. Nach der Isarphilharmonie wird auch das Treppenhaus musikalisch ausprobiert. Ein federnder Rhythmus erklingt, das Publikum (nicht im Bild) bilden zwei Männer, die mit Reparaturarbeiten beschäftigt sind. Wenn Musiker*innen für ein Foto ihre Instrumente ansetzen, dann geht das eben nicht ohne Ton.

Anton Doppelbauer (Horn) ist schon in Spiellaune

Anton Doppelbauer, Horn
Anton Doppelbauer ist vom Ambiente der Isarphilharmonie schon jetzt ganz angetan: »Der Saal wirkt wesentlich kleiner, als die Anzahl an Plätzen vermuten lässt. Man hat das Gefühl, man spielt in einer geschützten Kammermusik-Atmosphäre, was ich als sehr positiv empfinde.« Ob irgendwann mal der improvisierte Dämpfer für sein Instrument auf der Bühne zum Einsatz kommt?

Caroline Messners Horn strahlt mit dem Lack des Oldtimers um die Wette

Caroline Messner, Horn
Auf Hochglanz poliertes Blech findet man hier nicht nur an Blasinstrumenten, sondern auch an den Karosserien der Werkstatt neben der Isarphilharmonie. In unverhofftem Aufeinandertreffen von Kultur und Industrie liegt der Charme des Gasteig HP8. Als Ersatzgebäude findet Caroline Messner das Gelände sehr gelungen, schätzt aber auch die durchsichtige Akustik der Isarphilharmonie, die es erlaubt, die anderen Musiker*innen sehr gut zu hören. Das Zusammenspiel ist ein wichtiger Faktor für die Masterstudentin, das war auch schon so bei ihren Anfängen in der Blaskapelle ihres Heimatortes.

Trompeterin Ayako Yonemoto hier ist ausnahmsweise nicht auf der Bühne, sondern am Liefereingang der Philharmonie.

Ayako Yonemoto, Tompete
Ayako Yonemoto aus Japan zählt wie die Tirolerin Caroline Messner zu den etwa 40 Prozent internationalen Studierenden der HMTM. Nach dem Studium möchte sie am liebsten in Deutschland bleiben und eine Stelle im Orchester finden – ein Wunsch, den sie mit ihren Kommiliton*innen teilt. An ihrem Instrument schätzt sie die Vielfalt, gibt es doch mit Piccolotrompete, Kornett, Flügelhorn oder Barocktrompete zahlreiche Varianten. »Der Klang in der Isarphilharmonie war sehr schön«, sagt sie, »und wir sind sehr glücklich, in diesem neuen Konzertsaal zu spielen.«

Alexander Henselmann (Trompete) schaut sich schon mal an der frischen Luft um

Alexander Henselmann, Trompete
»Mein erster Eindruck vom HP8 mit seinem Konzertsaal und vom ganzen Gasteig überhaupt ist sehr positiv, der Saal ist wirklich schön. Er ist genauso angekündigt worden, wie ich ihn jetzt erfahren durfte, sowohl Aussehen als auch Akustik sind sehr gelungen.« Ganz wetterfest meldet er sich freiwillig für Open Air-Konzerte auf dem HP8-Gelände. Ein entscheidender Vorteil seines Instrumentes: »Die Trompete ist auch bei Regen kein Problem zu bedienen.«

Nicolai Wagener im Treppenhaus der Isarphilharmonie

Nicolai Wagener, Trompete
Als Musiker hört man sich auf der Bühne sehr gut und sehr laut beim Spielen, meint Nicolai Wagener. Der Berliner hofft, dass der Klang sich im Saal ein wenig mischt. »Mit der Trompete kann man sich nicht verstecken, sie ist sehr vielseitig. Von wunderschönen Melodien bis hin zu Signalen.« Damit passt sie doch perfekt zum Gasteig HP8 mit seinen vielen Begegnungsflächen.

Johannes Benz vor der Wegweiser-Tafel

Johannes Benz, Trompete
Johannes Benz ist dankbar, dass überhaupt ein Ausweichquartier geschaffen wurde. Auch für ihn steht der Klang in der Isarphilharmonie im Mittelpunkt. »Die Akustik finde ich gut und empfinde den Klang im Orchester als sehr kammermusikalisch.«

Rund 1.300 Studierende lernen an der Hochschule für Musik und Theater München ihr Handwerk – und ein Teil von ihnen zieht bis zum Herbst vom Gasteig in Haidhausen nach Sendling. Noch ist das Gebäude noch nicht fertiggestellt, was die Zukunft bringt, klingt jetzt schon gut. Es entstehen unter anderem 17 Überäume, 50 Unterrichtsräume, ein großer Ensembleraum, ein Bewegungsraum und ein Tonstudio.

Text und Fotos: Benedikt Feiten

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