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19.05.2022

Roaring Twenties: Auf der Bühne der Isarphilharmonie darf zu Livemusik geswingt werden

Roaring Twenties: Auf der Bühne der Isarphilharmonie darf zu Livemusik geswingt werden Als Kapellmeisterin voll respektiert: die Geigerin Sissi Gossner und das Odeon Tanzorchester Odeon Tanzorchester

Wenn das Odeon Tanzorchester am 11. Juni aufspielt, wird die Bühne der Isarphilharmonie für alle Besucher*innen zur Tanzfläche. Sissi Gossner leitet das Orchester als eine der wenigen Kapellmeisterinnen Europas und erzählt davon, wie ihr das Ensemble die Welt eröffnete.

Das Odeon Tanzorchester aus München gehört zu den renommiertesten Ensembles in Europa, welche die Musik der 20er- bis 40er-Jahre im nostalgischen Originalklang wieder zu neuem Leben erwecken. Von Duke Ellington über Benny Goodman bis hin zu Liedern von Zarah Leander und Marlene Dietrich reicht das Repertoire des Odeon, das in sechsköpfiger Besetzung im Gasteig HP8 mit Originalinstrumenten wie dem Violophon und einem Akkordeon aus den 20-er Jahren zum Tanz bittet. »Obwohl die Musik oft eigentlich aus den 30ern und 40ern ist, gehört das alles zum Lebensgefühl der Goldenen Zwanziger.«, erzählt Sissi Gossner, die das Odeon Tanzorchester leitet. Aber auch gemischte Tanzmusik wie Cha-Cha-Cha, Rumba, Walzer oder Swing wird zu hören sein, wenn das Areal an der Isar seine Türen für Tanzbegeisterte öffnet.

Sänger Albrecht von
Weech ist auch optisch
ein Überraschungspaket. © Odeon Tanzorchester

»Unsere Musiker*innen sind im Outfit der Zwanziger gekleidet. Das Publikum kann sich gerne anschließen!« Odeon-Kapellmeisterin Sissi Gossner

Gossner hat Geige am Münchner Konservatorium für Musik studiert und leitet das Tanzorchester seit 1993. »Die musikalische Leitung ist ein kleiner Prozentsatz von dem, was an so einem Abend passiert. Du musst die Leute kennen, Gespür für sie haben und organisieren können.«, sagt die Kapellmeisterin über ihre Arbeit. Als Studentin stieß sie 1984 zum Odeon. Damals suchte das Ensemble nach einer Geigerin, die auch das Glockenspiel spielte. Gossner ging zur ersten Probe und war sofort begeistert: »Das war total mein Ding«, erzählt die Musikerin rückblickend. Als sie das Tanzorchester übernahm, spielten dort noch Laien und Profis zusammen. Ein Sylvester-Gig 1998, bei dem ein paar Musiker*innen des Orchester Hugo Strasser einsprangen, war der ausschlaggebende Punkt für Gossner, das Odeon zukünftig zu professionalisieren.

So wurde es das Odeon zu dem was es jetzt ist: Ein vielseitiges Ensemble mit hochkarätigen
Musikern, das flexibel als Trio, in 6-bis 8-köpfiger Besetzung oder auch als Big Band bei Hochzeiten, Faschingsbällen, Galas oder Konzerten aufritt. »Für mich hat Odeon eine ganz andere Welt eröffnet«, erzählt Gossner, die auf dem Land aufwuchs und keine Profi-Musiker*innen in der Familie hatte. Als Teil des Tanzorchesters flog sie zum ersten Mal und kam an Orte und auf Festivitäten, auf denen sie sonst nie gelandet wäre. Ein solches Orchester zu leiten, bedeutet auch eine große Verantwortung – inklusive einiger schlafloser Nächte vor großen Fernseh-oder CD-Produktionen, wie Gossner berichtet. Bei ihrem Auftritt auf der Bühne der Isarphilharmonie am 11. Juni überwiegt auf alle Fälle die Vorfreude:

»Ich kenne den Gasteig HP8 und den neuen Konzertsaal noch nicht und bin sehr gespannt!«
Odeon-Kapellmeisterin Sissi Gossner



Von Turkey Trot über Peabody bis Charleston: In der Isarphilharmonie kann man am 11.6. mit der Tanzschule »Swing and the City« Tänze der Swing-Ära kennenlernen und dann zur Musik des Odeon Tanzorchesters ausprobieren. Zum Programm von »Tanz den Gasteig« am Samstag, 11. Juni 2022 im Gasteig HP8

Interview/Text: Anna Steinbauer
 

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