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27.10.2020

Nur 50 Personen bei Veranstaltungen: Empörung bei Kulturschaffenden

Nur 50 Personen bei Veranstaltungen: Empörung bei Kulturschaffenden Reduzierte Obergrenze: Maximal 50 Personen sind bei Veranstaltungen seit 26.10. erlaubt. Hans Engels

Aufgrund gestiegener Corona-Fallzahlen und eines Inzidenzwertes von über 100 sind seit Montag, 26.10., maximal 50 Personen bei Veranstaltungen zugelassen. Auch der Pilotversuch der Bayerischen Staatsregierung mit probeweise bis zu 500 Besucher(inne)n in der Philharmonie im Gasteig wird aktuell nicht fortgesetzt. In einem Brief an Ministerpräsident Söder fordern Bayerns Kulturschaffende dringend Sonderkonditionen für die Kunst.

Bislang waren bei Veranstaltungen im Gasteig mit zugewiesenen Sitzplätzen bis zu 200 Besucherinnen und Besucher erlaubt. Im Rahmen des Pilotversuchs der Bayerischen Staatsregierung durften seit dem Saisonauftakt im September probeweise bis zu 500 Personen die Konzerte in der Philharmonie im Gasteig besuchen. Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen und eines Inzidenzwerts von über 100 ist dieser Probeversuch nun vorzeitig beendet. Bei allen Veranstaltungen gilt aktuell die einheitliche Obergrenze von maximal 50 zugelassenen Personen, Ausnahmeregelungen greifen bei Demonstrationen, Vorlesungen an Hochschulen und Gottesdiensten.

Maximal 50 – diese weitere Reduzierung der Besucherzahlen nahmen leitende Kulturschaffende Bayerns, darunter auch Gasteig-Chef Max Wagner, zum Anlass, gemeinsam in einem offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Sonderkonditionen für die Kultur zu fordern (Brief als pdf). Schon längst arbeitet der Gasteig wie auch viele andere Bühnen verantwortungsvoll mit gut funktionierendem Hygienekonzept. Sicherheitsabstände werden eingehalten, eine moderne Lüftungsanlage sorgt für ausreichend Frischluft in den Veranstaltungssälen. Bislang konnte keine Ansteckung bei einem Veranstaltungsbesuch nachgewiesen werden.

Unabhängig von steigenden Infektionszahlen solle weiterhin vor 200 Menschen gespielt werden dürfen, so eine konkrete Forderung aus dem Schreiben an den Ministerpräsidenten. »Es macht uns ärgerlich und wütend, dass es nicht mehr mit Logik zugeht! (...) Der Gasteig wird irgendwie überleben. Aber die gesamte Kulturlandschaft trägt gerade bleibende Schäden davon« , betont Gasteig-Geschäftsführer Max Wagner gegenüber dem Münchner Merkur. Die Grenzen der Belastbarkeit kultureller Einrichtungen seien längst erreicht, nun gehe es um die Rettung kultureller Strukturen, so Wagner.

Nur: Wie können die Kulturschaffenden Gehör finden? In der bayerischen Verfassung ist Kultur als Staatsziel definiert, möglicherweise könne daher eine Verfassungsklage erhoben werden. In Kulturkreisen ist man sich einer Sache sicher, so Max Wagner: »Wir waren in der Vergangenheit viel zu brav!« Die Gasteig München GmbH hat nun beantragt, das erfolgreiche Pilotprojekt auch bei einer 7-Tage-Inzidenz über dem Wert von 100 in der Philharmonie im Gasteig fortführen und für bis zu 500 Personen spielen zu dürfen. Bisherige Erfahrungen aus dem Pilotversuch zeigen, dass es bei der Größe der Philharmonie und bei Einhaltung der einer Infektionsgefahr vorbeugenden Maßnahmen sehr gut möglich ist, vor 500 oder sogar noch mehr Besucher(inne)n zu spielen. »Das Publikum fühlt sich bei uns sicher – und wir sind überzeugt, dass es das auch darf. Wir bitten um eine rasche und positive Entscheidung!«, appelliert die Gasteig München GmbH im Schreiben an das zuständige Münchner Kreisverwaltungsreferat (KVR).

Bitte beachten Sie: Informationen zu Karten für Konzerte der Münchner Philharmoniker entnehmen Sie bitte der Homepage der Münchner Philharmoniker. Aktuelle Informationen zu allen Veranstaltungen in der Philharmonie im Gasteig sowie in allen anderen Veranstaltungsräumen des Gasteig finden Sie unter gasteig.de/aktuell! Die für Ihren Besuch geltenden Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen können Sie auf dieser Seite nachlesen, Informationen über die Luftqualität im Gasteig erhalten Sie hier (pdf).

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