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21.04.2021

Kunst trotz Krise: Wie geht es Kreativen im Lockdown? Folge 5

Kunst trotz Krise: Wie geht es Kreativen im Lockdown? Folge 5 Yuki Kasai gestaltet ihren Alltag aktuell unplanbar planend, übend, kochend, lesend, sportelnd, und organisierend. Florian Ganslmeier

»Kultur und Kunst sind in diesen Zeiten eine Kraftquelle für uns Menschen.« sagt Maya Reichert. Und Kraft auftanken, das haben wir alle wirklich bitter nötig. Doch wie erreicht man sein Publikum ohne Auftritts- und Aufführungsmöglichkeiten? Während über Öffnungsstrategien diskutiert wird, werden Kreative vor allem eins: kreativ. Diesmal fragen wir Maya Reichert vom DOK.fest und Yuki Kasai, Konzertmeisterin, wie es ihnen geht ohne Live-Kultur und woran und wie sie gerade arbeiten.

Yuki Kasai ist Konzertmeisterin des Münchener Kammerorchesters

Wie geht es Ihnen?

Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich sagen kann: eigentlich ganz gut. Von einer Covid-Infektion blieben meine Familie und Freunde zum großen Teil bisher verschont, mit dem MKO durfte ich, auch wenn wir seit einem Jahr bei den Konzerten extrem eingeschränkt sind, doch eine ganze Reihe spannende Kammermusiken, Video-, Radio-, und Aufnahmeprojekte spielen. Es ist mir aber bewusst, dass wir im Vergleich zu vielen freischaffenden Kolleg*innen gerade in punkto finanzieller Absicherung verhältnismäßig stabil sind. Und der zweite Lockdown, der ja für uns Musiker nun seit November anhält, macht mich schon sehr mürbe.

Wie gestaltet sich Ihr Arbeitsalltag im Moment?
Unplanbar planend, übend, kochend, lesend, sportelnd, und organisierend ... Im ganzen letzten Jahr bin ich so wenig gereist wie noch nie, praktisch nur noch zwischen München und Berlin zu Projekten mit der Kammerakademie Potsdam. Das wohl größte Problem ist für Musiker und darstellende Künstler, aber auch für die Agenturen und Veranstalter: diese Unplanbarkeit. Selten ist es erquickend, Stücke zu üben oder auswendig zu lernen, wenn man weiß, dass das Konzert wohl eventuell, vielleicht, mit großer Wahrscheinlichkeit doch nicht stattfinden wird.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
Zunächst mal: Hoffentlich in 2021 geimpft werden!

»Hinfallen. Aufstehen. Maske richten. Weiterspielen.« Yuki Kasai

Was verbindet Sie mit dem Gasteig?
Immer sehr spannende Projekte: bei »Gasteig brummt« 2020 hatten wir »Peterchens Mondfahrt« von Ali N. Askin im Carl-Orff-Saal gespielt, vor unzähligen euphorischen Kindern: eine Szenerie, die man sich einfach für die Zukunft wieder wünscht. Und ich war auch beim ersten MKO-Konzert nach dem Lockdown im letzten Frühsommer dabei, das unter dem Motto »Quiet City« stand und ebenfalls im Carl-Orff-Saal stattfand. Außerdem fand schon mein Probespiel für das MKO damals im Gasteig statt! Und auf die Zukunft des MKO im Gasteig freue ich mich ganz besonders!

Mehr Infos: m-k-o.eu


Maya Reichert leitet DOK.education, das ganzjährige Bildungsprogramm des Internationalen Dokumentarfilmfestivals München

© DOK.fest München

Wie geht es Ihnen?
Ich bin gesund und sehr dankbar, dass ich mit dem Team vom DOK.fest trotz Lockdown weiterhin Kulturprogramm anbieten kann. Kultur und Kunst sind in diesen Zeiten eine Kraftquelle für uns Menschen.

Wie gestaltet sich Ihr Arbeitsalltag im Moment?
Wenn ich von meinem Laptop hochblicke, sehe ich in der Flucht zwischen den Häusern die Berge. An diesem Homeoffice-Platz sitze ich täglich von früh bis spät. Ich organisiere unser gesamtes bayernweites Bildungsprogramm für Lehrkräfte, Schulklassen und Jugendliche von hier aus. Bald findet das Filmfestival statt – da habe ich momentan extrem viel Arbeit.

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?
2020 wurde das Schulprogramm kurzfristig in den digitalen Raum verlegt – und die Nachfrage der Lehrkräfte überstieg die Erwartungen deutlich. Deshalb haben wir das Programm unter dem Namen »Schule des Sehens« neu aufgelegt und erweitert.

Was verbindet Sie mit dem Gasteig?
Die Münchner Stadtbibliothek im Gasteig ist seit vielen Jahren unser Veranstaltungspartner für das Schulklassenprogramm und das Kinderkino. Beides findet – von den Lockdown-Jahren abgesehen – im größten Kulturhaus Münchens statt.

Was noch gesagt werden muss
Ich hoffe, dass wir Menschen die guten Aspekte dieser Veränderung, die unser Klima schonen, beibehalten! Es muss nicht alles werden wie vorher. Lasst uns zusammenhalten und uns gegenseitig stärken. Und bald ist wieder Zeit für persönliche Begegnungen und gemeinsames Kulturerleben.

Mehr Infos: dokfest-muenchen.de

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