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17.01.2017

»An einem Abend laufe ich acht Kilometer!«

»An einem Abend laufe ich acht Kilometer!«

Wenn im Gasteig Veranstaltungen statt finden, dann ist Helmut Hannig als Chef vom Dienst im Einsatz.

 

Chef vom Dienst? – Klingt interessant, aber was verbirgt sich dahinter? In Veranstaltungshäusern ist diese Bezeichnung eher selten anzutreffen. Helmut Hannig erklärt: »Der CvD ist hier im Gasteig für den ordnungsgemäßen Ablauf der Veranstaltungen im ganzen Haus zuständig und auch verantwortlich. Er überwacht den gesamten Betrieb und greift bei Störungen und Problemen ein.«

Und wie sieht die tägliche – oder besser abendliche – Arbeit eines CvD aus? Ein normaler Freitagabend im Gasteig: Alle Säle sind bespielt, manche im Laufe des Abends mehrfach nacheinander. Parallel zu einem Konzert in der Philharmonie findet in den übrigen Sälen und Foyers ein Festival für elektronische Musik statt. Mit dem Diensthandy am Ohr läuft Helmut Hannig durch die Flure – er ist in Eile, strahlt dabei aber eine bemerkenswerte Ruhe und Freundlichkeit aus. Grundvoraussetzung für den Job? »Ich glaube schon, dass es hilft. Zumindest ist es meine Art, immer freundlich zu bleiben. Die Gäste sollen sich ja bei uns wohlfühlen.«

 

Frühzeitiges und schnelles Reagieren ist entscheidend: »Man muss alles im Auge haben – ein defektes Licht, einen falsch platzierten Tisch, die umfangreichen Sicherheitsauflagen und natürlich die Bedürfnisse der Gäste.« Die stehen dann ein wenig später gleich im Mittelpunkt: Eine Frau ist kollabiert, wahrscheinlich der Kreislauf. Sofort werden die Sanitäter alarmiert, die kurz darauf eintreffen. Dank eines Schlucks Cola ist die Dame zu diesem Zeitpunkt aber schon wieder auf den Beinen: »Mir geht es gut, danke!«

Um 20:00 Uhr beginnt das Konzert in der Philharmonie. Die eben von den Sanitätern versorgte Besucherin hat es gerade noch rechtzeitig geschafft. Vor den geschlossenen Türen des Konzertsaals wird es ruhiger; die Mitarbeiter der Foyergastronomie räumen die benutzten Gläser und Teller ab und füllen ihre Bars für die Pause nach. Ein paar Zuspätkommer warten auf den Nacheinlass. Für Helmut Hannig nur eine kurze Gelegenheit zum Atemholen, denn in der Glashalle und den anderen Foyers läuft derweil schon das Kontrastprogramm an: Bässe wummern, Videoinstallationen und bunte Scheinwerfer erhellen das Gebäude.

 

Auf die Schnelle müssen hier noch ein paar fehlende Hinweisschilder angebracht werden – auch das Koordinieren und Delegieren gehört zum Job eines CvD. Eine weitere Voraussetzung: »Es ist sehr wichtig, alle Leute im Haus zu kennen, damit man weiß, wer welches Problem lösen kann.« Und Helmut Hannig kennt wirklich jeden: Im Vorbeigehen grüßt er Techniker und Bühnenarbeiter, mit einem Mitarbeiter des Sicherheitspersonals wechselt er ein paar Worte.

Bis zu seinem Dienstende um 02:00 Uhr morgens wird der CvD im Gasteig noch viele Kilometer zurücklegen, Telefonanrufe annehmen und Probleme lösen – und das alles mit seiner charakteristisch guten Laune und einem freundlichen Lächeln auf den Lippen.

 


Text und Fotos: Lisa Scherbaum

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