Rainer Maria Rilke: Das Stunden-Buch
Rezitation: Natalie Schorr
Lesung
Mi, 17.3.2010 / 20:00 Uhr / Black Box
Aus der ersten handschriftlichen Fassung von Rainer Maria Rilkes »Stunden-Buch« – Das Buch vom mönchischen Leben
entnommen dem Nachwort zur Göttinger Handschrift, 1936 – Ruth Mövius
Ein russischer Mönch lebt in tiefster Frömmigkeit. Aber in quält die Angst, daß Rußland, seine Heimat, einmal denselben Weg gehe wie das Abendland. Das Abendland hat versucht, den dunklen Gott, der hinter den schweigenden Dingen lebt, in Gemälde, in Gedichte und Gesänge zu bannen. Man hat das Gewand Gottes festhalten können. Er selber aber ging fort von denen, die seine Schönheit »hinausschreien« wollten.
Rainer Maria Rilke
»Das Buch vom mönchischen Leben« entstand, wie wir aus der Handschrift ersehen und erschließen können, in dreieinhalb Wochen des Herbstes 1899 in Schmargendorf bei Berlin. Am Anfang des Jahres war Rilke in Rußland gewesen.
(Natalie Schorr, München)

