Italien und die Festung Europa
Vortrag
Do, 4.3.2010 / 20:00 Uhr / Vortragssaal der Bibliothek
Eintritt frei
Vortrag von Karl Hoffmann
Seitdem die Regierung von Silvio Berlusconi ein Abkommen mit Libyen geschlossen hat, das die Abfahrt von Boat People verhindert, ist es um Lampedusa, dem südlichsten Vorposten der Festung Europas still geworden. Doch damit hat sich das Problem der aus Krisen- und Hungergebieten flüchtenden Menschen nur verlagert. Zudem stellt der Flüchtlingsstrom über das Mittelmeer nur einen kleinen Anteil der Immigrationsbewegungen nach Italien dar. Auf Druck der mitregierenden fremdenfeindlichen Lega Nord verzichtet die Berlusconi-Regierung auf eine Integrationspolitik und bekämpft die Immigranten mit einer beispiellosen Härte. Italienische Menschenrechtler beklagen, dass durch die Regierung fortwährend italienische Gesetze und internationale Abkommen verletzt werden. So leben viele Menschen, die vor Hunger und Krieg geflohen sind, in Italien als Rechtlose.
Karl Hoffmann arbeitet als freier Korrespondent für ARD-Hörfunk und Fernsehen mit Sitz in Palermo/Ancona.
(MVHS in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Flüchtlingsrat) EG 4 E

