Gasteig – Kultur für München

Ballett: »Don Quichote«

Tanz
So, 6.3.2011 / 16:00 Uhr / Carl-Orff-Saal
€ 33,– bis € 43,–;
erm. € 26,– bis € 36,–

Ballett: »Don Quichote«

Weißrussische Staatliche Ballettakademie Minsk
Musik: L. Minkus
Choreografie: M. Petipa, A. Gorsky

Die Staatliche Ballettakademie ist in der Stadt Minsk zu Hause. Minsk, mit seinen 2 Mio. Einwohnern ist die Hauptstadt des Landes der Seen – Weißrussland. Seit je her wird hier die Volkschoreographie gefördert und die plastischen Formen des klassischen Tanzes entwickelt.

Die berühmte Tanzakademie führt ihre Geschichtsschreibung seit dem Jahr 1928. Seitdem entwickelt sich in der staatlichen Tanzbildungs-
einrichtung die wunderbare Kunst des Tanzes, die durch die Sprache der Plastik und der Choreografie das ganze Gamma der menschlichen Gefühle und Emotionen zur Geltung bringt. Auf eine wunderbare Weise werden dadurch die kulturelle Traditionen mit den fern von einander liegenden Epochen verbunden und so können die Tänze des »Goldenen Zeitalters« dem neuen Jahrhundert übergeben werden.

Die Akademie sammelte Erfahrungen und entwickelte Methoden, die weltweit mit den beispielhaften Errungenschaften der professionellen Schulen des Balletts mithalten können. Das Lehrprogramm der Staatlichen Ballettakademie Minsk in den speziellen Fächern entspricht den Programmen der Moskauer Ballettakademie und der Sankt-Petersburger Akademie A. Ja. Waganova. Das Fachwissen ist dem Hauptziel – der Erziehung einer strahlenden schöpferischen Persönlichkeit des Ballettkünstlers – unterstellt. In der Bildungseinrichtung arbeiten mit Begeisterung hervorragende Pädagogen, die Meister der großen Kunst. Viele sind Absolventen der Sankt Petersburger Schule und Solisten des Mariinsky Theaters.

Das hohe Unterrichtsniveau der Akademie zieht Schüler aus vielen Ländern der Welt an. Ihre Absolventen treten auf den besten Bühnen Russlands auf, tanzen in Paris, London, New York, Tokio und in anderen Hauptstädten des modernen Balletts. Die Tänzer der Akademie zeichnen sich durch ihre unermüdliche Suche nach schöpferischer Vollkommenheit und das höchste professionelle Niveau aus. Heute ist es eine glänzende Company mit hervorragenden schauspielerischen Persönlichkeiten. Viele Zöglinge sind Preisträger und Diplomanden bekannter internationaler Wettbewerbe der Ballette in Moskau, Sankt-Petersburg, Varna, Luxemburg oder Helsinki.

Zu den Gastspielen in Deutschland bringen die jungen Tänzer das Ballett »Don Quichote« mit. Es basiert auf der Grundlage einiger Episoden des gleichnamigen Romans des großen spanischen Schriftstellers Miguel de Cervantes Saavedra. Die Musik für das Ballett schrieb der tschechische Komponist Ludwig Minkus, der viele Jahre in Russland lebte und zusammen mit dem Ballettmeister Marius Petipa arbeitete. Die Erstaufführung fand im Jahre 1869 im Bolschoi-Theater in Moskau statt. Seit dieser Zeit wird es auf den Bühnen der besten Theater der Welt aufgeführt und schafft es immer wieder, den Zuschauer zu begeistern. Dies sind nicht nur auf den Glanz und die Dynamik des Stückes, sondern auch auf dem ewig aktuellen Sujet der Liebe und die bezaubernde Musik des Komponisten zurückzuführen.

Selbst nach mehr als vier Jahrhunderten, ab dem Moment der Entstehung des literarischen Helden Don Quichotes, und nach mehr als einem Jahrhundert der Ballettaufführungen nimmt das Interesse des Zuschauers an diesem Romantiker, der versuchte, die Welt wenigstens ein bisschen gerechter und besser zu machen, nicht ab.

Worüber erzählt uns »Don Quichote«? Der träumerische Don Quichote, belesen mit Ritterromanen, träumt von weit entfernten Landstrichen und der schönen Dulcinea. Um seinen Namen durch Heldentaten zur Ehre seiner Herzensdame zu rühmen, reist der edle Hidalgo ab. Er besucht einen mit Sonne überfluteten Platz in Barcelona, wo reinste Freude herrscht. Begeistert trifft er Toreros. Unter ihnen ist der schöne und kühne Mann Espada mit seiner Freundin Mercedes – der Straßentänzerin.

In der belebten Menschenmasse befinden sich Kitri, die Tochter des Kneipeninhabers Lorenzo und der in sie verliebte Friseur Basil. Don Quichote ist von Kitris Schönheit hingerissen. Könnte es die Schöne sein, die in seinen Träumen in der Gestalt der schönen Dulcinea erscheint?

Das Zigeunerlager. Mit ihren feurigen Tänzen versuchen die Zigeuner Don Quichote zu verführen, das freie Leben und die ewige Heiterkeit versprechend. Aber seine Aufmerksamkeit widmet er den Windmühlen, gegen die der edle Hidalgo furchtlos in den Kampf zieht.

Und wieder taucht Don Quichote in seine Träume ein. Er hat wunderbare Visionen von der Märchenwelt der Dryaden, unter denen auch seine Herzensdame, Dulzinea, ist. Aber mit dem Anbruch des Morgens schmelzen die Träume des Ritters …

Trotz der scheinenden Einfachheit des Sujets und der Tanzsprache, ist es ein sehr komplexes Ballett, das von den Künstlern eine filigrane Technik, eine überragende Leichtigkeit des Tanzes, eine gute musikalische Vorbereitung und Ausdruckskraft der Ausführung fordert. Über all diese Qualitäten verfügen die Künstler der Staatlichen Ballettakademie Minsk. Die wunderschöne Dekorationen des Bühnenbildes, die phantastischen Kostüme und die überragende Meisterschaft der Tänzer sowie der Zauber des russischen klassischen Balletts sind ein Grund für die Begeisterung des Publikums.

(Amande Concerts, Dresden)

Jens Paul Taubert

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