Gasteig – Kultur für München

Presse

Anastacia Buehne Philharmonie Rockkonzert bunt

21.10.2010

Die Geschichte des Gasteig

Zum 25. Jubiläum – von den Anfängen bis heute

1955 – Bei einem Bombenangriff auf die Münchener Innenstadt im April 1944 wurden das Odeon und die Tonhalle, die beiden größten Konzertsäle Münchens, in Schutt und Asche gelegt. Seit damals waren die Philharmoniker ohne eigenes Haus und mussten sich mit Provisorien zufrieden geben. Ähnlich erging es auch anderen städtischen Kulturinstitutionen. So verfügte die Stadtbibliothek trotz einer großen Zahl von Zweigstellen weder über eine Zentrale noch über ausreichenden Magazinraum; die Volkshochschule musste ihr umfangreiches Kursprogramm als geduldeter Gast in verschiedenen Schulen abwickeln; und auch das Richard-Strauss-Konservatorium war als Mieter höchst unzulänglich untergebracht. Vor diesem Hintergrund werden 1955 erste Überlegungen zum Bau eines Volksbildungshauses angestellt.

60er Jahre – Unter dem Eindruck des anhaltenden Wirtschaftswachstums kann die Stadt im Rahmen einer breit angelegten Stadtentwicklungsplanung auch anspruchsvolle Großprojekte wie ein Kulturhaus ins Auge fassen. Als möglicher Standort steht neben einem Terrain im Umkreis des Hofgartens und des damals noch im Aufbau begriffenen Stadtteils Neuperlach auch das städtische Grundstück Am Gasteig zur Diskussion.

1969 – Die Stadt entwickelt ein Raum- und Funktionsprogramm.

1971/72 – Für das gesamte Gelände zwischen Gasteig und Rosenheimer Platz schreibt die Stadt gemeinsam mit der Löwenbräu AG einen Wettbewerb aus, der auf eine überzeugende Lösung im größeren städtebaulichen Zusammenhang abzielt. Aus dem preisgekrönten Entwurf der Architekten Raue, Rollenhagen und Lindemann bleiben vor allem zwei Grundgedanken in der endgültigen Realisierung bestehen: die Ausrichtung des großen Konzertsaales zum Isarufer hin sowie die Durchgängigkeit des Gesamtkomplexes für Fußgänger.

1974/75 – Die wirtschaftliche Rezession erfordert eine erste Kurskorrektur. Man koppelt entbehrliche Teilbereiche des Gasteig-Projektes wie das geplante 1000 Betten-Hotel ab, verringert die Zahl der PKW-Stellplätze drastisch und beabsichtigt eine Mehrfachnutzung der Säle. Mit diesen Einschränkungen gibt der Stadtrat grünes Licht für den Bauwettbewerb, den wiederum die Architektengemeinschaft Raue, Rollenhagen, Lindemann sowie ihr inzwischen hinzugekommener Partner Grossmann für sich entscheiden. Sie werden von der Stadt mit dem Gasteig-Projekt beauftragt.

7. April 1976 – Der Stadtrat genehmigt die Planungen der Architektengemeinschaft.

April 1978 – Unter dem damaligen Oberbürgermeister Kronawitter erfolgt der erste Spatenstich. Indessen treten schon bald gravierende Probleme auf, die zeitweilig die Fertigstellung des Hauses zu gefährden scheinen. So lassen Schallmessungen Störgeräusche im künftigen großen Konzertsaal befürchten, die von der S-Bahn verursacht werden könnten. Der neue Stadtrat fordert Änderungen, und so müssen zahlreiche, zum Teil grundlegende architektonische Umplanungen vorgenommen werden, die die Finanz- und Termindisposition belasten. Schließlich treibt die in Fahrt gekommene Baukonjunktur die Preise in die Höhe. Zwei Jahre nach dem ersten Spatenstich erreichen die Investitionskosten planerisch bereits die astronomische Summe von 372 Millionen DM.

1980/82 – Die Übertragung des Gasteig-Projektes an eine private Leasing-Gesellschaft verhindert eine weitere Kostenexplosion (Bereitstellung eines Darlehens, Verringerung der Investitionskosten für die Stadt trotz zwischenzeitlicher Preissteigerungen u. a. durch Inanspruchnahme des Vorsteuerabzugs). Die Kosten können auf rund 335 Millionen DM gesenkt werden.

1982 – Die Betreibergesellschaft (die spätere Gasteig Betriebsgesellschaft mbH unter dem Geschäftsführer Dr. Eckard Heintz) wird gegründet.

1984 – Die Münchner Stadtbibliothek, die Münchner Volkshochschule und das Richard-Strauss-Konservatorium beziehen ihr neues Domizil im Gasteig. Mit dem Kleinen Konzertsaal und der Black Box öffnen auch die ersten Säle ihre Pforten für das musik- und theaterinteressierte Publikum.

10. November 1985 – Mit der Gesamteröffnung des Gasteig findet eines der ehrgeizigsten Bauprojekte der Landeshauptstadt München seinen Abschluss. Auf dem ca. 23 000 qm umfassenden Areal des ehemaligen Gasteig-Spitals erhebt sich ein imposanter Gebäudekomplex von 445 000 cbm umbautem Raum, dessen ziegelverkleidete Schauseite durch einen 32 Meter hohen Glasrisalit strukturiert wird. Die musikalische Inbesitznahme der Philharmonie wird mit einem Festkonzert begangen, bei dem die Münchner Philharmoniker unter Maestro Sergiu Celibidache dem damaligen Bundespräsidenten sowie 2400 geladenen Festgästen u.a. den Feierlichen Einzug von Richard Strauss zu Gehör bringen.

1995 – Anlässlich seines zehnjährigen Geburtstages lädt der Gasteig die Münchnerinnen und Münchner zu einem Festkonzert in allen Sälen ein. Dozenten und Studierende des Richard-Strauss-Konservatoriums spielen auf. Die Münchner Volkshochschule und die Gasteig München GmbH (damals noch unter dem Namen Gasteig Betriebsgesellschaft mbH) zeigen in einer Ausstellung die Ergebnisse eines gemeinsam ausgeschriebenen Fotowettbewerbs. Die Stadtbibliothek öffnet ihre Pforten zu einem Tag der offenen Tür.

1. Januar 1999 – Mit Beginn des Jahres stehen grundlegende Änderungen ins Haus, die das Ende einer Ära und den Beginn einer neuen markieren: Dr. Eckard Heintz, der bisherige Geschäftsführer der Gasteig Betriebsgesellschaft mbH, der die Geschicke des Gasteig 16 Jahre lang wesentlich mitgeprägt hat, übergibt die Geschäftsleitung an seine vom Aufsichtsrat gewählte Nachfolgerin Brigitte v. Welser. Zugleich gibt sich die bisherige Gasteig Betriebsgesellschaft mbH den Namen Gasteig München GmbH.

21. März 2001 – Der Stadtrat der Landeshauptstadt München genehmigt das sogenannte »Synergie«-Projekt, das im wesentlichen die notwendige Modernisierung der gesamten Kommunikationsinfrastruktur vorsieht. Betroffen hiervon sind das Datennetz und die Telekommunikations-Anlage ebenso wie die Brandmeldeanlage, die elektroakustische Anlage, das Breitbandkabel-Netz sowie die Gebäudeleittechnik.

20. März 2002 – Um zusätzliche Synergieeffekte nutzen zu können, bewilligt die Vollversammlung des Stadtrates ein Jahr später auch die Haushaltsmittel für dringend erforderliche architektonische Maßnahmen in publikumsrelevanten Bereichen des Hauses. Dadurch kann die bereits im Planungsstadium befindliche Erneuerung der technischen Ausrüstung um die Teil-Projekte »Gastronomie« und »Brush up« zu einem umfassenden Gesamtprojekt erweitert werden. Hierfür wird ein Gesamtbetrag von 23 Millionen Euro (brutto) budgetiert.


März 2003 bis März 2005 – Unter dem Arbeitstitel »Synergie« und »Brush up« wird der Gasteig bei laufendem Betrieb runderneuert. Im Mittelpunkt der architektonischen Modernisierung steht dabei die Gastronomie (mit den Schwerpunkten Umgestaltung der Cafeteria mit optimiertem Angebot, Neugestaltung der Pausengastronomie, Umwandlung des »Café Gasteig« in ein urbanes Restaurant). Freuen dürfen sich die Besucherinnen und Besucher aber auch über die Neugestaltung des Beleuchtungssystems, eine Umgestaltung der Black Box-Außenansicht in einen farbig oszillierenden Leuchtkubus sowie eine Erneuerung der Bodenbeläge und Decken in den Flur- und Foyerzonen. Während der Umbaumaßnahmen werden die einzelnen Gasteig-Institute nach und nach in Container ausgelagert.

2004 – Am 1. November 2004 wird die renovierte Klais-Orgel mit einem festlichen Konzert eingeweiht. Über 6 000 Pfeifen, 74 Register auf vier Manualen und Pedal, zwei Spieltische, ein mechanischer auf der Orgelempore und ein elektronisch gesteuerter für die Verwendung auf der Bühne der Philharmonie – das sind die Fakten der Orgel in der Philharmonie im Gasteig. In weniger als sechs Wochen wird das Instrument von der Bonner Firma Klais umgebaut und mit neuer Klangphilosophie versehen – sie verfügt seitdem über einen mehr auf Grundtönigkeit ausgelegten Klang.  

29. April 2005 – Das neue Restaurant »gast« wird eröffnet. Unter der Federführung der Architekten Lüps und Bahls hat sich das eher unscheinbare »Café Gasteig« in ein helles, lichtdurchflutetes Restaurant mit weltstädtischem Flair verwandelt.

2006 – Gründung der Gasteig Kulturstiftung als gemeinnützige Stiftung in Treuhänderschaft der Gasteig München GmbH. Ziel der Stiftung ist die Stärkung und langfristige Erhaltung des Gasteig als Forum für Veranstaltungen mit ausgesuchtem ästhetischen und konzeptionellen Niveau. Die Gasteig Kulturstiftung hat sich im Rahmen ihrer aktuellen Tätigkeit zunächst zwei Schwerpunkte gesetzt: Die Entwicklung von Veranstaltungsmodellen, die sich einer Zielgruppe von Jugendlichen (u.a. Schüler der letzten Schuljahre von Haupt- und Realschule, Auszubildende) zuwenden, denen Kultur in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen oft nicht mehr durch ihr Elternhaus oder die Schule vermittelt wird. Der Gasteig soll hier als Ort der Entdeckung und des Zugangs – sozusagen als Brücke – dienen.
Einen weiteren Fokus setzt die Gasteig Kulturstiftung auf das Thema »Amateur Excellence«. Hier wird der spannungsreiche Bogen aufgezeigt, der Musikprofis mit herausragenden Amateuren aufgrund der gleichen Musikleidenschaft verbindet. Im Sinne dieser Zielsetzungen der Gasteig Kulturstiftung sollen sowohl Mäzene und Sponsoren als auch Projektträger und Künstler angesprochen werden, für die Kultur über das Bewahren und Erhalten existierender kultureller Werte hinaus im Gestalten neuer Möglichkeiten besteht.

2007 – Auf Initiative von Brigitte v. Welser wird die Junge Akademie Gasteig  ins Leben gerufen. Mit 20 Auszubildenden der BMW Niederlassung München und der Gasteig München GmbH startet das Projekt 2008 dann in die Pilotphase. Die jungen Akademisten konnten sich in dieser Zeit – begleitend zu ihrer beruflichen Ausbildung – intensiv mit Kunst und Kultur beschäftigen. Unter der Anleitung von Dozenten realisierten die Azubis so vier klassische Konzerte, eine Ausstellung und ein Open-Air-Konzert. 2009 wird gemeinsam mit Auszubildenden der Firma Willy Bogner das Theaterstück Green Room entwickelt und zur Aufführung gebracht. Regisseur und Autor ist Andreas Hänsel. Das Stück behandelt in Szenen die Lebens- und Berufssituation. 2010 gibt es davon zwei Wiederaufnahmen, im Januar und im September. Zusätzlich wird die »Werkstatt der Visionäre« im Gasteig für eine Woche aufgebaut – ein Raum, in dem die Auszubildenden ihre Träume und Visionen materialisieren und präsentieren konnten.

2008 – Am 14. Juni 2008 wird München 850 Jahr alt. Der Gasteig gratuliert der Landeshauptstadt München zum Geburtstag und bietet den Besucherinnen und Besuchern im Kontext der offiziellen Stadtgeburtstagsfeier in der Philharmonie ein großes Bürgerfest bei freiem Eintritt. Mit Carmina Burana und zahlreichen Beiträgen der Gasteig-Institute wird am 13. Mai in den Geburtstag hineingefeiert.
Ebenfalls bei freiem Eintritt fand am 14. Juni in vielen Räumen des Gasteig die Salz_Nacht statt – das etwas andere Bürgerfest und die Event-Alternative des Gasteig im großen Reigen der Stadt- Feierlichkeiten. In unmittelbarer Nähe zu dem Ort, wo mit dem Bau einer Isarbrücke die Geburtsstunde der Stadt München eingeläutet wurde, übernahm das weiße Gold eine Nacht lang die performative Hauptrolle.

August 2008 – Unter dem Motto »Tagen mit Kultur« wird die Kongress-Initiative CCMC Gasteig präsentiert. Das Congress Center Munich City Gasteig mit eigenem Web-Auftritt verbindet den Gasteig mit seinen diversen Veranstaltungs- und Präsentationsflächen mit den umliegenden Hotels wie Hilton Munich City, Novotel München City und Holiday Inn Munich City Centre und bietet sich damit in Kooperation mit dem Kongressbüro des Tourismusamtes München, Eurokongress GmbH und Interplan AG für alle Tagungsplaner als idealer Partner in Innenstadtlage an.

Oktober 2008 – Mehrer Jahre in Folge, so auch 2008, findet die Preisverleihung des ECHO KLASSIK in der Philharmonie im Gasteig statt. Die großen Stars der klassischen Musik werden jährlich bei dieser Gala der Deutschen Phono-Akademie geehrt. Die Gala wird vom ZDF aufgezeichnet und gesendet. Die Preisträger 2008 in der Philharmonie im Gasteig sind u. a. Cecilia Bartoli, José Carreras, Martin Stadtfeld, David Garrett u. v. m.

2009 – Maßnahmen zum Schutz der Gasteig-Passanten werden während der Sommerferien 2009 durchgeführt. Starke Absenkungen des Bodenbereichs in der Rosenheimer Straße entlang des Gasteig, die zu großen Unebenheiten im Asphalt führten, könnten Fußgänger und Radfahrer in Gefahr bringen. Eine »tiefgreifende« Baumaßnahme wird durchgeführt und das Erdreich mit modernen Injektionsverfahren verdichtet. Die 15 Kastanienbäume entlang des Weges können trotzdem erhalten bleiben.
Die Gasteig München GmbH erhält die Auszeichnung »EVVC Social Responsability Award« für das Projekt »Junge Akademie Gasteig« in der Kategorie »Gesellschaft«. Der Europäische Verband der Veranstaltungszentren verleiht den Preis alljährlich an herausragende Projekte mit hoher sozialer Verantwortung.


2010 – In der Glashalle im Gasteig gibt es Neuerungen. Der Schalter von MünchenTicket wird während der Sommerpause neu gestaltet und mit Informationsbildschirmen ausgestattet. Die Gastronomie in der Glashalle erhält ein neues Konzept und heißt jetzt »le copain«. Frisch geröstete Brote mit feinen Aufstrichen sind im Angebot genauso wie Salate, Suppen und süße Stückchen. Täglich ist das Bistro nun von 8.00 Uhr bis 23.00 Uhr für die Besucherinnen und Besucher des Gasteig geöffnet.
Die Skybar in der Philharmonie eröffnet mit neuem Outfit. Ganz oben im Gasteig, mit Blick über München, erstrahlt sie in modernem Glanz und kann angemietet werden. Ein passender Ort für Empfänge nach den Konzerten, Diners an langer Tafel oder aber auch Präsentationen und kleine Kunden-Veranstaltungen untertags.

zurück zur Übersicht

Ansprechpartner

Pressesprecherin der Gasteig München GmbH

Angelika Schindel
Tel. +49 (0)89 48098-125
Mobil +49 (0)171 5220227
a.schindel@gasteig.de

Leiter Kommunikation der Gasteig München GmbH

Dr. Hartmut Dedert
Tel. +49 (0)89 48098-131
Fax +49 (0)89 48098-1830
h.dedert@gasteig.de