Gasteig – Kultur für München

Presse

Anastacia Buehne Philharmonie Rockkonzert bunt

20.10.2010

Die Geschichte der Münchner Philharmoniker

Die Münchner Philharmoniker wurden 1893 auf Privatinitiative von Franz Kaim, Sohn eines Klavierfabrikanten, gegründet und prägen seither unter renommierten Dirigenten das musikalische Leben Münchens. Bereits in den Anfangsjahren des Orchesters – zunächst unter dem Namen „Kaim-Orchester“ – garantierten Dirigenten wie Hans Winderstein, Hermann Zumpe und der Bruckner-Schüler Ferdinand Löwe hohes spieltechnisches Niveau und setzten sich intensiv auch für das zeitgenössische Schaffen ein.

Von Anbeginn an gehörte zum künstlerischen Konzept auch das Bestreben, durch Programm- und Preisgestaltung allen Bevölkerungsschichten Zugang zu den Konzerten zu ermöglichen. Mit Felix Weingartner, der das Orchester von 1898 bis 1905 leitete, mehrte sich durch zahlreiche Auslandsreisen auch das internationale Ansehen.

Gustav Mahler dirigierte das Orchester in den Jahren 1901 und 1910 bei den Uraufführungen seiner 4. und 8. Symphonie. Im November 1911 gelangte mit dem inzwischen in „Konzertverein-Orchester“ umbenannten Ensemble unter Bruno Walters Leitung Mahlers „Das Lied von der Erde“ zur Uraufführung – nur ein halbes Jahr nach dem Tod des Komponisten in Wien.

Von 1908 bis 1914 übernahm Ferdinand Löwe das Orchester erneut. In Anknüpfung an das triumphale Wiener Gastspiel am 1. März 1898 mit Bruckners 5. Symphonie leitete er die ersten Bruckner-Konzerte und begründete so die bis heute andauernde Bruckner-Tradition des Orchesters.

In die Amtszeit von Siegmund von Hausegger, der dem Orchester von 1920 bis 1938 als Generalmusikdirektor vorstand, fielen u. a. die Uraufführungen zweier Symphonien Bruckners in ihren jeweiligen Originalfassungen sowie die Umbenennung in „Münchner Philharmoniker“ und damit endgültige Namensgebung.

Von 1938 bis zum Sommer 1944 stand der österreichische Dirigent Oswald Kabasta an der Spitze des Orchesters, der die Bruckner-Tradition der Münchner Philharmoniker glanzvoll fortführte und auch bei zahlreichen Gastspielreisen im In- und Ausland unter Beweis stellte.

Das erste Konzert nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnete Eugen Jochum mit der Ouvertüre zu Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, dessen Musik in der Zeit des Nationalsozialismus verfemt war.

Mit Hans Rosbaud gewannen die Philharmoniker im Herbst 1945 einen herausragenden Orchesterleiter, der sich zudem leidenschaftlich für neue Musik einsetzte.

Rosbauds Nachfolger war von 1949 bis 1966 Fritz Rieger, in dessen Amtszeit die Grundlagen für die erfolgreiche Jugendarbeit der Philharmoniker gelegt wurden. In der Ära Rudolf Kempes, der das Orchester von 1967 bis zu seinem frühen Tod im Jahre 1976 leitete, bereisten die Philharmoniker erstmals die damalige UdSSR und stiegen zu einem internationalen Spitzenorchester auf.
Im Februar 1979 leitete Sergiu Celibidache seine erste Konzertserie bei den Münchner Philharmonikern. Im Juni desselben Jahres erfolgte Celibidaches Ernennung zum Generalmusikdirektor. Konzertreisen führten ihn und das Orchester durch viele Länder Europas, nach Südamerika und Asien. Die gemeinsamen legendären Bruckner-Konzerte trugen wesentlich zum internationalen Ruf des Orchesters bei.

Nach langen Interimsjahren im Münchner Herkulessaal erhielten die Philharmoniker 1985 mit der Philharmonie im städtischen Kulturzentrum am Gasteig nach über 40 Jahren endlich wieder einen eigenen Konzertsaal – ihre alte Heimstatt, die sog. „Tonhalle“ in der Türkenstraße, war 1944 völlig zerstört worden.

Von September 1999 bis Juli 2004 war James Levine Chefdirigent der Münchner Philharmoniker. Mit ihm unternahmen die Münchner Philharmoniker ausgedehnte Konzerttourneen: Nach einer großen Europatournee im Winter 2000 gastierten sie mit James Levine im Februar 2002 u. a. in der Carnegie Hall in New York. Im Sommer 2002 gaben sie ihr gemeinsames Debüt bei den „Proms“ in London.

Vom Deutschen Musikverleger-Verband wurde den Münchner Philharmonikern im Frühjahr 2003 der Preis für das „Beste Konzertprogramm der Saison 2003/2004“ verliehen.

Im Januar 2004 ernannten die Münchner Philharmoniker Zubin Mehta zum ersten „Ehrendirigenten“ in der Geschichte des Orchesters.

Christian Thielemann unterzeichnete im Mai 2003 seinen Vertrag als neuer Generalmusikdirektor. Am 29. Oktober 2004 dirigierte er sein Antrittskonzert mit der 5. Symphonie von Anton Bruckner, kurz zuvor wurde er im Rahmen der „Echo Klassik“-Preisverleihung 2004 als einziger Preisträger mit dem Prädikat „Artist of the Year“ ausgezeichnet.

Am 20. Oktober 2005 wurde den Münchner Philharmonikern die Ehre zuteil, unter der Leitung von Christian Thielemann ein Konzert vor Papst Benedikt XVI. im Vatikan zu geben, an dem rund 7.000 geladene Gäste teilnahmen.

Eine von Christian Thielemann geleitete Asientournee führte das Orchester im November 2007 zu Konzerten nach Japan, Korea und China, wo es von Publikum und Presse in gleicher Weise gefeiert wurde.

Im Januar 2009 begann mit einer von Christian Thielemann dirigierten Aufführungsserie des „Rosenkavalier“ von Richard Strauss eine mehrjährige Zusammenarbeit mit dem Festspielhaus Baden-Baden. Ein Jahr später folgte Richard Strauss' „Elektra“. Für Januar 2011 sind die vier Symphonien von Johannes Brahms geplant.

Eine Japantournee unter der Leitung von Christian Thielemann mit Stationen in Osaka, Nagoya, Fukuoka, Yokohama und Tokio fand Ende März 2010 statt.

Am 15. und 17. Oktober 2010 - 100 Jahre nach der Uraufführung von Gustav Mahlers Symphonie Nr. 8 - spielten die Münchner Philharmoniker unter ihrem Generalmusikdirektor Christian Thielemann die sogenannte "Symphonie der Tausend" mit rund 410 Mitwirkenden.

Ab der Saison 2012/2013 wird Lorin Maazel für drei Jahre das Amt des Chefdirigenten bei den Münchner Philharmonikern übernehmen.

zurück zur Übersicht

Ansprechpartner

Pressesprecherin der Gasteig München GmbH

Angelika Schindel
Tel. +49 (0)89 48098-125
Mobil +49 (0)171 5220227
a.schindel@gasteig.de

Leiter Kommunikation der Gasteig München GmbH

Dr. Hartmut Dedert
Tel. +49 (0)89 48098-131
Fax +49 (0)89 48098-1830
h.dedert@gasteig.de